Chinas Präsident Xi bei seinem Besuch in Paris.

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China - Europa
03/27/2014

Die Milliarden-Deals kommen vor der Moral

Chinas Präsident Xi besiegelt auf seinem Europa-Besuch Verträge mit Airbus und Peugeot.

Nach Paris stellt sich Berlin um Geschäfte mit China an: Der Tross von Präsident Xi Jinping – 200 Beamte und Firmenvertreter reisen mit – kommt am Freitag in Deutschland an. Ganz hat Frankfurt am Main die Hoffnung nicht begraben, nach London ebenfalls eine Europa-Drehscheibe für Chinas Währung zu werden. Yuan (Renminbi) dürfen bisher nur in Asien in West-Währungen getauscht werden.

Auch deutsche Konzerne hoffen auf einträgliche Abschlüsse. In Paris hatte Xi rund 50 Wirtschaftsdeals mit einem Gesamtvolumen von 18 Milliarden Euro vereinbart. Unter anderem unterschrieb China einen Rahmenvertrag für den Kauf von 27 Airbus-A330-Langstreckenjets und 43 Airbus-A320-Mittelstreckenmaschinen. Laut Listenpreis (ohne Abschläge) hätte der Auftrag einen Wert von mehr als 7 Milliarden Euro.

Der Einstieg des chinesischen Autoherstellers Dongfeng beim angeschlagenen französischen Konzern PSA Peugeot Citroën wurden von Xi und Frankreichs Präsident François Hollande feierlich besiegelt. PSA nimmt eine Kapitalerhöhung über drei Milliarden Euro vor. Die Chinesen sichern sich mit 800 Millionen Euro 14 Prozent, der französische Staat stemmt ebenso viel, damit die Chinesen nicht die Kontrolle über das Traditionsunternehmen erlangen.

Seltene-Erden-Streit

Themen, welche die Goldgräberstimmung gefährden könnten, werden bei dem Europa-Besuch ausgeblendet oder wurden schon im Vorfeld ausgeräumt. So bleiben Menschenrechtsverstöße unangesprochen. Laut Amnesty International werden in China jährlich mehr als 1000 Menschen hingerichtet. Einen von Xi gewünschten Besuch des Holocaust-Denkmals ließ das deutsche Protokoll nicht zu – aus Sorge, das könnte zu Propaganda gegen Erzrivalen Japan missbraucht werden. Eine Niederlage erlitt China vor der Welthandelsorganisation (WTO): Die Asiaten haben praktisch ein Monopol auf die Förderung Seltener Erden – Rohstoffe, die für Computer, Handys, Windturbinen oder Batterien gebraucht werden. Die WTO wies Chinas Argument, die Exporte müssten aus Gründen des Umweltschutzes eingeschränkt werden, zurück.

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