Erstmals seit 2020: Deutschland verzeichnet Rückgang bei Erwerbstätigen

Erschöpfte Frau im Homeoffice am Laptop.
Zuwächse gab es im vergangenen Jahr einzig im Dienstleistungs-Sektor.

Zusammenfassung

  • Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist 2025 erstmals seit 2020 leicht gesunken, vor allem wegen Konjunkturflaute und demografischem Wandel.
  • Zuwächse gab es nur im Dienstleistungssektor, insbesondere bei öffentlichen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit, während andere Bereiche wie Produzierendes Gewerbe und Bau Beschäftigungsverluste verzeichneten.
  • Der Arbeitsmarkt wurde weiterhin durch Zuwanderung und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen gestützt.

Wegen der anhaltenden Konjunkturflaute ist die Zahl der Beschäftigten in Deutschland 2025 erstmals seit dem Coronajahr ⁠2020 wieder gesunken. Im Durchschnitt waren rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Das waren 5.000 weniger als 2024, als es so viele Erwerbstätige wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 gegeben hat.

Mit Ausnahme des Coronajahres 2020 war die Erwerbstätigenzahl seit 2006 durchgängig gewachsen. "Ursächlich für diese Beschäftigungsentwicklung waren im Jahr 2025 die konjunkturelle Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt und - wie bereits in den Vorjahren - die immer stärkeren Effekte des demografischen Wandels", erklärten die Statistiker. 

Dieser hat zur Folge, dass für die aus dem Erwerbsleben ausscheidenden geburtenstarken Jahrgänge immer weniger junge Erwerbstätige nachrücken. "Weiterhin stützend für den Arbeitsmarkt waren hingegen die Nettozuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie eine gestiegene Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung", hieß es. Letzteres sei auf höhere Erwerbsquoten von älteren Personen und Frauen zurückzuführen.

Zuwächse nur bei Dienstleistern

Zuwächse meldeten im vergangenen Jahr allein die Dienstleister. Hier gab es ein Plus von 164.000 (+0,5 Prozent) auf 34,9 Millionen Personen. 75,9 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten 2025 in den Dienstleistungsbereichen (2024: 75,6 Prozent). 

Allerdings fiel die Entwicklung sehr unterschiedlich aus: Einen großen Zuwachs gab es wie in den Vorjahren im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit plus 205.000 Personen (+1,7 Prozent), wobei der Gesundheitsbereich den größten Anteil an diesem Zuwachs hatte. 

Zunahmen gab es auch in den Bereichen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+16.000) sowie bei den sonstigen Dienstleistungen (unter anderem Verbände und Interessenvertretungen) mit plus 26.000 Personen. Dagegen ging die Erwerbstätigenzahl bei den konjunkturempfindlichen Unternehmensdienstleistern weiter zurück (-64.000).

Im Bereich Information und Kommunikation endete mit einem Rückgang um 10.000 Personen der zuvor neun Jahre und auch über die Corona-Krise hinweg anhaltende Beschäftigungsaufbau. 

Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen erneut leicht, und zwar um 15.000 Personen.

"Außerhalb der Dienstleistungsbereiche nahm die Beschäftigung deutlich ab", so die Statistiker. 

Im Produzierenden Gewerbe sank sie um 143.000 oder 1,8 Prozent auf 7,9 ⁠Millionen. Im Baugewerbe ging die Beschäftigung um 23.000 (-0,9 Prozent) auf 2,6 Millionen zurück. 

Die restlichen 1,2 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Dort waren 3.000 Personen weniger erwerbstätig als im Vorjahr, was einem Rückgang um 0,5 Prozent auf 562.000 Personen ⁠entspricht. "Damit setzte sich der negative Trend der vergangenen Jahre fort", hieß es dazu.

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