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Wirtschaft
05/15/2019

Deutsche Wirtschaft wächst wieder

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal um 0,4 Prozent zu. Die deutsche Wirtschaft ist dennoch "nicht übern Berg".

von Thomas Pressberger

Die deutsche Wirtschaft hat im ersten Quartal 2019 dank der guten Binnenkonjunktur auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in einer ersten Schätzung
mitteilte.

22 von Reuters befragte Banken-Ökonomen hatten im Schnitt ebenfalls mit plus 0,4 Prozent gerechnet.In der zweiten Jahreshälfte 2018 war der Aufschwung zum Stillstand gekommen: Im dritten Quartal schrumpfte Europas größte Volkswirtschaft um 0,2 Prozent. Es folgte eine Stagnation
im Schlussvierteljahr.

Holprige Umstellung

Dazu trugen Sondereffekte bei wie die holprige Umstellung auf den Abgasprüfstandard WLTP in der Autoindustrie sowie das Niedrigwasser auf dem Rhein, das die Chemieindustrie belastete.Trotz des robusten Auftaktes droht ein schwaches Jahr 2019: Bundesregierung und EU-Kommission rechnen jeweils nur mit einem BIP-Anstieg von 0,5 Prozent, nachdem es 2018 noch zu 1,4 Prozent gereicht hatte.

Hintergrund sind zahlreiche Risiken. Dazu zählen ein Brexit ohne Abkommen sowie die Handelskonflikte der USA mit China und der EU.

Erster Lichtblick

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht die deutsche Wirtschaft nach dem robusten Jahresauftakt noch nicht übern Berg. „Das Wachstum im ersten Quartal diesen Jahres ist ein erster Lichtblick nach zwei Quartalen ohne Wachstum, vor allem dank einer guten Binnenwirtschaft“, erklärte Altmaier.

„Gleichwohl ist es kein Grund zur Entwarnung.“ Die internationalen Handelskonflikte seien schließlich ungelöst. „Wir müssen weiter alles daran setzen, dass wir schnell tragbare Lösungen finden, die freien Handel ermöglichen“, betonte Altmaier. „Davon profitieren alle.“

Der CDU-Politiker forderte zugleich Entlastungen für die Wirtschaft. „Dazu gehören insbesondere weitere Bürokratieentlastungen“, erläuterte er. „Auch halte ich Entlastungen bei der Körperschaftsteuer, beim Soli oder auch bei den Energiepreisen weiter für möglich und notwendig.“