Wirtschaft
30.03.2018

Deutsche Autobauer halten Dieselskandal auf Abstand

BMW war im Vorjahr am profitabelsten, VW hatte den größten Absatz. Toyota kann in einigen Bereichen mithalten.

Deutschlands Autokonzerne können sich trotz des Abgasskandals am Weltmarkt weiterhin mehr als behaupten. Sie liegen bei Gewinn- und Absatzwachstum sowie der Profitabilität voran. Das zeigt ein Vergleich des Beratungsunternehmens EY.

Mit einem gemeinsamen Absatzplus von fünf Prozent wuchsen sie mehr als doppelt so stark wie die Wettbewerber, beim operativen Gewinn legten sie sogar um 31 Prozent auf 38 Mrd. Euro zu.

BMW verteidigte zudem mit einer Gewinnmarge von zehn Prozent seine Position als profitabelster Autokonzern der Welt (siehe Grafik) , während VW beim Absatz weltweit die Nummer eins war – vor Toyota und GM.

Toyota ist der einzige Hersteller, der mit den Deutschen teilweise mithalten konnte. Beim Umsatz verdrängten die Japaner mit 231,2 Mrd. Euro VW (230,7 Mrd.) ganz knapp von Platz eins. Und auch beim Vorsteuergewinn liegt Toyota mit 17,4 Mrd. Euro voran (Daimler 14,7 Mrd.).

China

Das deutliche Absatzplus haben die Deutschen vor allem China zu verdanken: In dem Land verkauften VW, BMW und Daimler insgesamt acht Prozent mehr Autos als im Vorjahr, während es in den USA um vier Prozent und in Westeuropa nur um zwei Prozent aufwärts ging. Die deutschen Autobauer konnten in China stärker wachsen als der Gesamtmarkt und damit Marktanteile zurückerobern. Mehr als jedes dritte Auto (34 Prozent) verkauften sie in China – das ist der höchste je erzielte Wert. 2010 waren es erst 23 Prozent.

Mobilität der Zukunft

„Die positive Entwicklung in China führt zwar zu einer gestiegenen Abhängigkeit von diesem Markt“, sagt Gerhard Schwartz, Partner bei EY Österreich. Unterm Strich sei die gute Marktposition der Deutschen in China aber enorm wichtig: „China hat sich zum Leitmarkt der Autoindustrie entwickelt. Es ist nicht nur der mit Abstand größte Einzelmarkt, hier wird zudem mit Hochdruck an der Mobilität der Zukunft gearbeitet.“

Bei dem Thema sei es wichtig, ganz vorne dabei zu sein. „Neue Technologien und Geschäftsmodelle werden sich in den 2020er-Jahren rasant entwickeln. Die Karten in der Autoindustrie werden dann neu gemischt – und wer heute nicht in die Technologien von morgen investiert, dem droht mittelfristig das Aus“, so Schwartz. Die Milliardeninvestitionen würden zwar zu sinkender Profitabilität führen. „Das ist aber gut investiertes Geld.“