Wirtschaft 17.05.2018

Derzeit 805 Asylberechtigte in Lehre: Kein Überblick über Abbrüche

Wichtig für Lehrlinge: Nette Kollegen und angenehme Arbeitszeiten. © Bild: dapd/Philipp Guelland

Heuer insgesamt 189 Beschäftigungsbewilligungen - nur sechs davon für Frauen.

Die NEOS haben mit einer parlamentarischen Anfrage ein wenig Licht in die Beschäftigungssituation von jungen Asylberechtigten gebracht - doch eines bleibt unklar: Wie viele von ihnen die Lehre abschließen bzw. vorher abbrechen.

In der Anfragebeantwortung durch Sozialministerin Beate Hartinger-Klein ( FPÖ) heißt es dazu: "Ende März 2018 waren österreichweit 832 Lehrlings-Beschäftigungsbewilligungen für Asylwerber/innen aufrecht, 805 davon bei laufendem Lehrverhältnis. Von allen österreichweit erteilten Lehrlings-Beschäftigungsbewilligungen seit 2015 (1.322) sind inzwischen 580 ruhend gestellt worden. (...) Aus den dem AMS und dem Sozialministerium vorliegenden Daten kann daher nicht festgestellt werden, welche Lehrverhältnisse erfolgreich abgeschlossen, abgebrochen oder aus anderen Gründen beendet wurden."

Heuer wurden bisher 189 Beschäftigungsbewilligungen erteilt. Der Löwenanteil entfällt mit 78 Bewilligungen auf die Kochausbildung. Es folgen Kellner und Elektroinstallateure.

Auffallend sind die regionalen Unterschiede. So gab es im Burgenland nur 4 Bewilligungen - und in Wien gerade mal doppelt so viele. Während in Oberösterreich 68 Bewilligungen erteilt wurden.

Noch auffälliger ist die Geschlechterverteilung: Lediglich 6 der 189 Bewilligungen entfallen auf Frauen.

Die NEOS nutzten die Anfragebeantwortung heute zu einer Forderungsliste: Man möge jenen Asylwerbenden eine Ausbildung ermöglichen, die unter 25 Jahre alt und bis zum 1.9.2017 nach Österreich gekommen sind - "ganz nach dem deutschen 3+2 Modell". Im Anschluss daran gehörten die Möglichkeiten für diese Personengruppe geschaffen, für andere Aufenthaltsgenehmigungen (beispielsweise über die Rot-Weiß-Rot-Karte) in Frage zu kommen.

"Mit der 3+2 Regelung können wir den herrschenden Fachkräftemangel bekämpfen und bieten denjenigen, die schon da sind, die Chance zu arbeiten und einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen", so NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn zur APA.

( Agenturen ) Erstellt am 17.05.2018