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Wirtschaft
02/25/2020

Dax sinkt nach kurzer Erholung auf neues Jahrestief

Der deutsche Leitindex rutschte bis zum Mittag auf einen Tiefststand seit Oktober bei 12.877 Punkten ab.

von Kid Möchel

Der Stabilisierungsversuch des Dax nach dem Rutsch zum Wochenstart ist nicht von langer Dauer gewesen. Der deutsche Leitindex, der es am Dienstagmorgen noch zurück über 13 100 Punkte geschafft hatte, rutschte bis zum Mittag auf einen Tiefststand seit Oktober bei 12 877 Punkten ab. Dabei verlor er gut ein weiteres Prozent. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie bleibt allgegenwärtig.

Auch der MDax der mittelgroßen Werte brach seine Erholung ab und verlor 0,89 Prozent auf 27 637,37 Punkte, während der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone ein Prozent abgab.
Börsianer hatten die Kursgewinne am Morgen bereits als reine Gegenbewegung nach dem Ausverkauf vom Vortag identifiziert. Nachrichten aus Italien verhießen kaum Gutes. Denn dort breitet sich das Virus Sars-CoV-2 offenbar weiter aus.

Nach Einschätzung der Devisenmarkt-Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank sind es gerade die Reaktionen der Politik auf die Virus-Entwicklung, die den Anlegern aktuell Kopfschmerzen bereiten. Ihre Entscheidungen, Regionen abzuriegeln, Reisebeschränkungen einzuführen und die Neujahrsferien zu verlängern hätten schon in China die Wirtschaft teilweise lahmgelegt. Die Lage in Italien schüre Ängste, dass auch in Europa an sich sinnvolle Eindämmungsmaßnahmen die Konjunktur ausbremsen.

Papiere der Lufthansa als größter Dax-Verlierer vom Montag und von CTS Eventim als Pendant im MDax standen auch am Dienstag unter Druck. Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche setzten europaweit ihren Abwärtstrend fort, auch wenn der schwache Gesamtmarkt die Autowerte und Bankenpapiere noch schwerer erwischte.

Die Anteile des Autozulieferers Leoni sanken derweil um mehr als 8 Prozent auf ein Vierwochentief. Der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist war 2019 wegen der Krise der Autobranche, dem Konzernumbau und Problemen bei einem Großauftrag noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als ohnehin befürchtet.

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