Wirtschaft
29.03.2018

Datenskandal bringt Facebooks Aktienkurs unter Druck

Skandal schürt die Sorge, dass sich Werbekunden von Facebook abwenden. 17 Prozent Kursverlust in zwei Wochen.

Facebook versucht die Flucht nach vorne. Nach dem Skandal um die mutmaßlich unlautere Weitergabe von Nutzer-Informationen will der US-Internetriese seine Zusammenarbeit mit mehreren großen Datenhändlern beenden. Dies solle dabei helfen, den Datenschutz auf Facebook zu verbessern, teilte der Konzern am Mittwochabend mit. Das Vorhaben soll binnen sechs Monaten umgesetzt werden.

Konkret geht es um die Zusammenarbeit mit Firmen wie WPP, Experian, Transunion und Acxiom. Der Aktienkurs von Acxiom verlor nach der Ankündigung rund zehn Prozent an Wert. Werbekunden sollen aber weiterhin Dienste von Dritten in Anspruch nehmen können. Facebook wollte sich nicht dazu äußern, ob das Ende der Allianzen den Werbe-Umsatz des Konzerns beeinträchtigen wird.

Das weltgrößte soziale Netzwerk mit mehr als zwei Milliarden Mitglieder steht stark unter Druck. Seit vor knapp zwei Wochen der Datenskandal erstmals bekannt wurde, gab der Aktienkurs des Konzerns um rund 17 Prozent nachgegeben. Mehr als 90 Mrd. Dolla an Börsenwert wurden vernichtet. Der Skandal schürt die Sorge, dass sich jetzt vermehrt Werbekunden von Facebook abwenden und die Behörden mit Blick auf die Daten-Nutzung strengere Auflagen machen.

Die meisten Analysten sind trotz des Kursverfalls zuversichtlich. Der Einbruch könnte nur vorübergehend sein, so der Tenor. Die langfristigen Erwartungen bleiben positiv: Viele Negativszenarien seien bereits eingepreist, die Facebook-Aktie bleibe attraktiv, schreibt ein Analyse des Finanzinfo-Portals Morningstar.

Es gibt aber auch Stimmen, die von einer Systemkrise beim Social-Media-Konzern ausgehen und die ehrgeizigen Geschäftsziele für die kommenden Jahren jetzt für unrealistisch halten. Brian Wieser von der Pivotal Research Group hält es für nicht ausgeschlossen, dass der Konzern aufgrund der Probleme schrumpfen könnte, weil er bestimmte Geschäftsmodelle aufgeben muss.