Wirtschaft
08.08.2018

Das liebste Gemüse wächst auf der Kokosmatte

Tag der Tomate: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Tomaten ist mit 29 Kilo deutlich gestiegen.

Es ist der Österreicher liebstes Gemüse: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Tomaten beträgt jährlich rund 29 Kilo. Im Jahr 1996 waren es lediglich knapp mehr als 20 Kilo. Der Selbstversorgungsgrad bei Tomaten liegt laut Statistik Austria bei 21 Prozent. Da sind auch alle Tomatenprodukte wie Ketchup oder Tomatensoßen dabei, die aus dem Ausland importiert werden. Exportländer sind China, Spanien, Italien, aber auch die Niederlande. Der Verein „Land schafft Leben“ geht anlässlich des heutigen „Tages der Tomate“ davon aus, dass es dennoch während der Erntezeit im Sommer zu einer Überproduktion in Österreich kommen kann.

Heuer werden die heimischen Gärtner etwa 57.800 Tonnen Tomaten herstellen. Der Trend geht zu Raritäten und alten Sorten. Angebaut wird auf dem freien Feld, im Folientunnel oder im Glashaus. Einer der größten Produzenten ist die Genossenschaft LGV-Frischgemüse. Rund 100 Gärtnerfamilien aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland haben im Vorjahr rund 13.000 Tonnen Paradeiser produziert.

Die LGV setzt auf Indoor-Anbau mit Kokosmatten. Die Düngung erfolgt über Nährstofflösung. Das ist bei den großen Produzenten die übliche Methode. Kokosmatten sind „wirtschaftlicher und effizienter“, erläutert Angelika Günther, Kommunikationschefin der LGV. Der Wasserverbrauch sinkt und es werden auch weniger Pflanzenschutzmittel benötigt. Außerdem steigert diese Methode des Anbaus den Ertrag.

Anbau in Erde

Konsumenten, die Wert darauf legen, dass die Tomate in Erde gewachsen ist, können zu Bio-Ware greifen. Bio-Tomaten dürfen nur in Erde angebaut werden.

Die meisten Jungpflanzen kommen aus der Steiermark. Es werden aber auch welche aus den Niederlanden importiert. Wenn sie nicht durch Solarenergie, Erdwärme oder ähnliche Energieträger geheizt werden, steigern Glashäuser den Energieverbrauch.

A.An.