Caesars Entertainment meldet Umsatzrückgang von 80 Prozent

© Caesars Palace

Wirtschaft
11/05/2020

Corona-Krise: Gaming-Konzerne vom Glück verlassen

Glücksspielriesen brechen die Umsätze weg, daher baut jetzt auch Novomatic Mitarbeiter ab.

von Andrea Hodoschek

Die Corona-Pandemie setzt der Glücksspielindustrie international schwer zu. In den Spielermetropolen ist es ruhig geworden, von Europa über die USA bis Macao mussten die Casinos zusperren. 42 Millionen Besucher flogen jährlich in Las Vegas ein. Damit ist es für die nächste Zeit vorbei. Die Glitzerstadt in der Wüste von Nevada werde sich erst 2023 wieder erholen, prognostiziert der Finanzdienstleister und Asset-Manager Macquarie. Die Gaming-Aufsicht von Macao (China) meldete kürzlich einen Einbruch der Spielumsätze von mehr als 95 Prozent.

Caesars Entertainment, einer der größten Glücksspielanbieter weltweit, der auch das Caesars Palace in Las Vegas betreibt, veröffentlichte jetzt einen Umsatzrückgang seit Jahresbeginn von 80 Prozent und einen Netto-Verlust 100 Millionen Dollar.

Der ebenfalls börsenotierte Casinos-Betreiber Sands mit Spieltempeln in Nevada, Macao und Singapur, gab für das zweite Quartal 2020 einen Umsatzeinbruch von 97 Prozent und einen Verlust von 922 Millionen Dollar bekannt. Im Vorjahr spielte die Gruppe knapp 900 Millionen Dollar Gewinn ein.

Boyd Gaming, auch einer der großen US-Glücksspielkonzerne, hat einen Rekord-Quartalsverlust von 109 Millionen Dollar eingefahren.

Novomatic-Kunden

Diese schwere Krise der gewinnverwöhnten Branche ist auch bei der niederösterreichischen Novomatic angekommen. Der vom Industriellen Johann F. Graf gegründete Konzern macht 95 Prozent seines Geschäfts mit internationalen Kunden. Novomatic ist weltweit einer der größten Technologie-Anbieter in der Gaming-Industrie und beliefert Casinos-Betreiber mit Geräten (Slotmaschinen, Roulette-Tische etc.), Software und Spiele-Content.

Im Headquarter der international 22.500 Mitarbeiter großen Gruppe in Gumpoldskirchen werden 120 Mitarbeiter abgebaut, der KURIER berichtete online bereits. Man habe Umsatzeinbrüche bei internationalen Kunden von bis zu 80 Prozent, bedauern die Novomatic-Vorstände Ryszard Presch und Johannes Gratzl den Mitarbeiter-Abbau. Eine Erholung sei nicht absehbar, das Vorkrisen-Niveau werde möglicherweise erst in einigen Jahren wieder erreicht. Zu den Kunden gehört beispielsweise Ceasars Entertainment.

Das Unternehmen, das mit der Ibiza-Affäre in die Schlagzeilen und in die Mühlen der Justiz geriet, verliere seit Monaten Geld. Jetzt gehe es darum, den Standort Österreich abzusichern, argumentieren die Vorstände. Im Headquarter arbeiten 1.200 Mitarbeiter in Verwaltung und Vertrieb sowie in einer Geräte-Produktion. Theoretisch könnte die Fertigung nach Tschechien verlagert werden, das sei aber vom Eigentümer nicht gewünscht. Gumpoldskirchen ist einer von mehreren Produktionsstandorten.

Die Belegschaft der inländischen Automatencasinos und der Sportwetten-Tochter Admiral ist in Kurzarbeit. Diese Filialen sind ebenso wie die 12 Standorte der teilstaatlichen Casinos Austria seit Dienstag wegen des neuerlichen Lockdowns wieder geschlossen. Insgesamt beschäftigt Novomatic in Österreich 3.100 Mitarbeiter.

Die Casinos, ebenfalls ein Novomatic-Kunde, ziehen ein striktes Sparprogramm (ReFIT) durch und wollen rund 600 Mitarbeiter abbauen.

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