Coronavirus outbreak in Austria

© EPA / CHRISTIAN BRUNA

Wirtschaft
03/19/2020

Corona: AUA plant Neustart, Zeitpunkt noch offen

Die AUA werde diese Krise überleben, betont der Vorstand. Die harte Billig-Konkurrenz drückte im Vorjahr das Ergebnis.

von Andrea Hodoschek

Wann es zu einer Wiederaufnahme des regulären Flugbetriebes kommen wird, lässt sich laut AUA zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Austrian Airlines CEO Alexis von Hoensbroech: „Die Luftfahrtbranche befindet sich in einer Krise, die beispiellos ist in ihrer Geschichte. Das Coronavirus und seine Folgen werden uns auf eine harte Probe stellen. Nicht alle werden diese Krise überleben. Austrian Airlines ist besser aufgestellt als viele andere Fluggesellschaften, daher werden wir gestärkt aus dieser Krise herausfliegen. Wer, wenn nicht wir!“

 Die AUA führt derzeit nur Hilfsflüge vor allem für die Rückholaktionen im Auftrag des Außenministeriums durch. Hoensbroch spricht von der "größten Rückholaktion in der Geschichte" und sichert volle Unterstützung zu.

 

Letzter Linienflug gelandet

 Auf dem Flughafen Wien in Schwechat ist am Donnerstag in der Früh der vorerst letzte Flug der Austrian Airlines (AUA) im regulären Betrieb angekommen. Die Boeing 767-300 aus Chicago landete um 8.07 Uhr.

An Bord des Kurses OS 066 waren nach AUA-Angaben 132 Passagiere. Die meisten der Fluggäste kehrten wegen der Coronavirus-Pandemie nach Hause zurück.

   Die Maschine mit dem Kennzeichen OE-LAX und dem Namen "Salzburger Festspiele" setzte auf der Piste 11 auf. Dann rollte die Boeing, die 211 Passagieren Platz bietet, zur Parkposition F01.

   Der Flug sei ruhig verlaufen, sagte eine junge Österreicherin zur APA. Einige Flugbegleiter hätten Schutzmasken getragen, ebenso manche Passagiere. In Wien seien alle Ankommenden auf Fieber kontrolliert worden.

Ergebnisse 2019 deutlich schlechter, aber noch positiv

Am Donnerstag veröffentlichte die AUA die Ergebnisse 2019. Am Vormittag wird der Vorstand dazu eine Pressekonferenz geben.

Die Lufthansa-Tochter konnte im vergangenen Geschäftsjahr 2019 trotz hartem Wettbewerb durch Billigflieger und großer Überkapazitäten in Wien ein Adjusted EBIT von 19 Mio. Euro erwirtschaften. Im Jahr 2018 waren es noch 83 Millionen Euro. 14,7 Mio. Passagiere sind im abgelaufenen Jahr mit Österreichs Flag-Carrier geflogen, trotz wettbewerbsintensivem Umfeld mehr als je zuvor. Für 2020 erwartet Austrian Airlines ein sehr herausforderndes Jahr. Das Coronavirus führt zur schwierigsten Krise in der Geschichte der Luftfahrt.

„Wir konnten das vergangene Jahr trotz hartem Wettbewerb positiv abschließen, da wir im Jahresverlauf massiv auf die Kostenbremse getreten sind“, sagt Austrian Airlines CFO Wolfgang Jani.   

Die Ergebnisse im Detail

Die Gesamterlöse sind um zwei Prozent auf 2.181 Mio. Euro gesunken, ebenso die Umsatzerlöse, die auch um zwei Prozent auf 2.108 Mio. Euro abgenommen haben. Die betrieblichen Aufwendungen sind im Gesamtjahr trotz höherer Treibstoffkosten, die um 12% oder 52 Mio. Euro auf 494 Mio. Euro gestiegen sind, lediglich um ein Prozent auf 2.164 Mio. Euro gestiegen. Im Jahresverlauf konnten die Aufwendungen mit einem Ergebnissicherungsprogramm gesenkt werden, allein im vierten Quartal um 8%. 

 Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT), die im Konzern wichtigste Kennzahl, ist um 77% oder 64 Mio. Euro auf 19 Mio. Euro gesunken. Die Adj. EBIT Marge ist dadurch von 3,8% auf 0,9% gefallen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), in dem auch Bewertungsgewinne aus Flugzeug(teile-)verkäufen enthalten sind, ist von 91 Mio. Euro um 84% oder 76 Mio. Euro auf 15 Mio. Euro gesunken.

Rund 700.000 Passagiere mehr

Austrian Airlines hat im Jahr 2019 14,7 Millionen Passagiere befördert, was einen erneuten Passagierrekord seit Gründung im Jahr 1957 bedeutet. Rund 700.000 oder fünf Prozent mehr Gäste sind 2019 mit Austrian Airlines geflogen. Das Angebot gemessen in angebotenen Sitzkilometern (ASK) wurde um drei Prozent erhöht. Trotzdem hat es das Unternehmen geschafft, das erhöhte Angebot besser abzusetzen: Die Auslastung (=Passagierfaktor) ist mit 80,8% ebenfalls deutlich über dem Vorjahr (79,3%) gelegen und hat den besten Wert der Unternehmensgeschichte erreicht.

Austrian Airlines CCO Andreas Otto: „Die Zahlen zeigen, dass unser Produkt gut angenommen wird, die Kunden uns die Treue halten und die Steuerung auch sehr gut funktioniert.“

Austrian Airlines hat 2019 mit 82 Flugzeugen 139.230 Flüge absolviert. Das sind durchschnittlich rund 380 Flüge am Tag. Die Regelmäßigkeit hat erfreuliche 99,0 Prozent betragen (+1 Prozentpunkt), die Ankunftspünktlichkeit lag bei 80,6 Prozent, eine Steigerung von 1,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Job-Abbau, Kurzarbeit

Das im Jänner angekündigte Strategieprogramm #DriveTo25 behält trotz Corona-Krise seine Gültigkeit. Dabei geht es kurz gefasst um das Erreichen der Investitionsfähigkeit. Investitionsfähig heißt, dass das Unternehmen seine notwendigen Investitionen selbst tragen kann. Dabei sollen 700 bis 800 von insgesamt derzeit knapp 7000 Arbeitsplätzen abgebaut werden. Die  Airline hat bereits Kurzarbeit beantragt.

Lufthansa-Staatshilfe

Der Lufthansa-Konzern streicht sein Flugprogramm wegen der Coronavirus-Krise noch stärker zusammen als bisher bekannt. Bis 19. April fänden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt, teilte die AUA-Mutter am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Frankfurt mit. Rund 700 von 763 Flugzeugen des Konzerns blieben vorläufig am Boden.

"Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann", so Spohr. Der Vorstand werde auf 20 Prozent seiner Grundvergütung in diesem Jahr verzichten.

 

 

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