© Reuters/DAVID GRAY

Wirtschaft
12/05/2011

China will Autos für Europa bauen

In einem Joint-Venture will der chinesische Hersteller Chery einen Pkw nach westlichem Standard entwickeln. Mit von der Partie: Magna.

Kaum ein Land hat eine so junge Automobilgeschichte wie China. Erst im Jahr 1949 rollten die ersten Autos aus chinesischer Produktion vom Band. Davor wurden Autos nur importiert. Kaum ein Land hat in den letzten Jahren seine Entwicklung auf dem Automobilsektor so rasant vorangetrieben. Nach Japan und Korea drängen zunehmend Billigautos aus China auf den Weltmarkt. Das Image von chinesischen Autos jedoch ist zweifelhaft: Billig, schlecht verarbeitet und mit desaströsen Ergebnissen bei Sicherheitstests. Das soll sich nun ändern: Der chinesische Autobauer Chery will unter dem Markennamen Qoros hochwertige Autos für westliche Märkte bauen, berichtet die Financial Times Deutschland von Dienstag.

Um die Pkw-Branche aufzumischen, holt sich China Verstärkung aus dem Ausland:
Chery hat sich dazu mit dem israelischen Industriekonglomerat Israel Corp. zusammengeschlossen. Entwickelt werden die Fahrzeuge vom österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna, der etwa den Geländewagen Mini Countryman oder den Klassiker Mercedes-Benz G-Klasse fertigt.

Drei Modelle

Schon im nächsten Jahr soll die Produktion dreier Modelle in China anlaufen. Zwei Limousinen-Modelle sollen bereits fertig entwickelt worden sein und Schätzungen zufolge zwischen 11.000 und 15.000 Euro kosten. Die Fahrzeuge sollen in etwa so groß wie ein Skoda Octavia sein und auch nach Europa exportiert werden. Damit dürften sie erstmals etablierten westlichen Hersteller wie VW Konkurrenz in Europa machen. Doch auch auf die wachsenden Märkte in Brasilien, Indien und Afrika schielen die Chinesen. Und natürlich auf den heimischen Wachstumsmarkt.

Autobauen ist in China nicht nur aus wirtschaftlichen Aspekten ein wichtiger Markt. Für Chinas Parteiführung ist die Automobilindustrie eine Schlüsselindustrie - mit Erfolg eine eigene Marke international positionieren zu können, würde auch als politischer Erfolg gefeiert werden. Zudem erhoffen sich die Chinesen einen Technologietransfer.

Offiziell wollte sich das Gemeinschaftsunternehmen CQAC der Zeitung gegenüber zu dem Projekt nicht äußern. "Wir sind noch dabei, die Bekanntgabe unserer Marke zu planen", zitiert die "FTD" einen Firmensprecher. Dies solle voraussichtlich im November erfolgen. Das Investitionsvolumen wird seitens der Israel Corp. mit 900 Mio. Dollar beziffert. Insgesamt sollen dem Joint Venture 1,5 Mrd. Dollar zur Verfügung stehen.

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