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Wirtschaft
12/05/2011

China: Europa gefährdet Weltwirtschaft

China sieht Europa an einem historischen Scheideweg. Europa dürfe nicht zu lange herumtrödeln, sonst zerfällt die Eurozone.

Europa im Kreuzfeuer der Kritik. Mitte September kritisierte US-Finanzminister Timothy Geithner seine europäischen Kollegen, nicht entschlossen genug gegen die Krise vorzugehen. "Europa hat die Fähigkeit, die Krise einzudämmen, muss sich aber dazu entscheiden, es auch zu tun." Ins selbe Horn stieß wenig später US-Präsident Barack Obama. "In Europa haben sie sich nie ganz von der Krise von 2007 erholt und sich nie wirklich um die Schwierigkeiten gekümmert, denen ihr Bankensystem ausgesetzt war", so Obama. Jetzt gebe es eine Krise "die die Welt in Angst versetzt". Auch wenn die EU-Staaten für den Präsidenten versuchten, "verantwortlich zu handeln", geschehe dies "nicht so schnell, wie es notwendig wäre."

Nun hat auch China ein entschlosseneres Handeln der europäischen Länder bei der Bewältigung der Schuldenkrise eingemahnt. Sollten sie zu zögerlich vorgehen, müssten vermutlich einige Länder aus der Euro-Zone ausscheiden, hieß es am Samstag in einem Leitartikel des Zentralorgans der Kommunistischen Partei, Renmin Ribao (Volkszeitung).

Große Weisheit, große Kühnheit, große Entschlossenheit

"Europa steht an einem historischen Scheideweg. Es muss große Weisheit, große Kühnheit, große Entschlossenheit zeigen und entschlossen ans Werk gehen", hieß es in dem Kommentar. "Wenn es in der Lage ist, eine Finanzunion zu begründen, kann Europa noch die Wende schaffen. Wenn es aber weiter herumtrödelt, verschärft sich die Lage zusehends." Renmin Ribao gibt die Meinung der Regierung in Peking zwar nicht eins zu eins wieder, unterstreicht aber die Sorgen über die chinesischen Investitionen in Europa.

China hält weltweit die größten ausländischen Währungsreserven. Im Juni waren es 3,2 Billionen Dollar. Analysten schätzen, dass rund ein Viertel der Währungsreserven in Euro angelegt ist. China hatte den Euro-Ländern unlängst auch Hilfe angeboten. Es setzt die Europäer aber gleichzeitig zunehmend unter Druck und wirft ihnen eine Gefährdung der weltwirtschaftlichen Stabilität vor.

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