China erlaubt in einem Pilotversuch private Banken

Öffnung und Wettbewerb. China will zudem Zinsen für Spareinlagen in ein bis zwei Jahren freigeben.

China tastet sich an die Entwicklung von Banken in privater Hand zur Entwicklung der Wirtschaft heran. Die staatliche Banken-Regulierungsbehörde kündigte am Dienstag ein entsprechendes Pilot-Projekt in Shanghai (Bild), Tianjin, Zhejiang und Guangdong an. Es ist der erste zaghafte Schritt des Landes hin zu einer Öffnung seines bisher stark abgeschirmten Bankensektors für private Investoren. Das Projekt war im Jänner beschlossen worden. Es soll unter anderem den Wettbewerb fördern. Ziel ist eine bessere Geldversorgung für kleine und mittelgroße Firmen, die für den Großteil der Wirtschaftsleistung und der neuen Arbeitsplätze stehen. Bisher dominieren mächtige Staatsbanken die Branche, die vorwiegend die ebenfalls großen Staatsbetriebe bedienen. (Bild: People's Bank of China PBOC) Auch eine zweite Mauer in Richtung Kapitalismus und Marktwirtschaft soll durchbrochen werden: China will die Liberalisierung der Zinsen verstärkt vorantreiben. So könnten die Zinsen für Spareinlagen wahrscheinlich in ein bis zwei Jahren freigegeben werden, sagte Zentralbankchef Zhou Xiaochuan am Dienstag auf einer Pressekonferenz aus Anlass der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Das werde auch zu neuen Geschäftsmöglichkeiten führen. Er rechnet damit, dass die Zinsen anfangs kurzfristig in die Höhe getrieben werden, mit Angebot und Nachfrage aber wieder fallen werden. Sparer in China bekommen bisher nur weitgehend festgelegte, sehr niedrige Zinsen, so dass Spareinlagen eigentlich nicht attraktiv sind.
(APA / sho) Erstellt am
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