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Wirtschaft
08/06/2019

Börsenturbulenzen treiben Goldpreis in Richtung 1.500 Dollar

Handelskonflikt lässt Kurs auf 1.474,93 US-Dollar je Unze und damit auf Sechs-Jahreshoch steigen.

Eine Eskalation im Handelskonflikt zwischen China und den USA und heftige Börsenturbulenzen halten den Goldpreis im Höhenflug. In der Nacht zum Dienstag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London zeitweise bis auf 1.474,93 US-Dollar (1.319,02 Euro) und damit auf ein neues Sechs-Jahreshoch.

Im Laufe des Dienstags stabilisierte sich der Preis vorerst auf hohem Niveau. Das Edelmetall wurde am Nachmittag etwas niedriger bei 1.463 Dollar je Feinunze gehandelt.

Nach heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten zum Wochenauftakt hat die Flucht in sichere Anlagehäfen an den Finanzmärkten zuletzt etwas nachgelassen. Ökonomen geben aber keine Entwarnung.

Währungsmanipulationen

Der vorläufige Höhepunkt des Handelskonflikts der beiden größten Volkswirtschaften der Welt begann am Montag mit einer deutlichen Abwertung der chinesischen Währung Yuan. Daraufhin warfen die USA offiziell China Währungsmanipulationen vor. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump neue Zölle auf chinesische Waren angekündigt.

Edelmetallhändler Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus berichtete von einer steigenden Nachfrage nach Gold vor dem Hintergrund der jüngsten Turbulenzen. Seit Anfang Juni geht es mit dem Goldpreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit hat das Edelmetall etwa 14 Prozent an Wert gewonnen.

Rohstoffexperte Daniel Briesemann von der deutschen Commerzbank sagte, jüngste Kursverluste beim US-Dollar hätten den Goldpreis ebenfalls angetrieben. Die Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen schwächten die amerikanische Währung. Da Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere US-Währung das Edelmetall günstiger und steigert so die Nachfrage.