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Wirtschaft
07/03/2021

Börseblick: Neue Rekordhochs für Nasdaq und S&P-500

Guter Arbeitsmarktbericht wurde an der Wall Street positiv aufgenommen. Neue Aktien am Start.

Die New Yorker Aktienbörsen haben am Freitag befestigt geschlossen. Angesichts einer starken Arbeitsmarkterholung in den Vereinigten Staaten haben die US-Börsen neue Höchststände erklommen. Zudem gingen im Mai im Vergleich zum April bei der Industrie etwas mehr Aufträge ein als erwartet.

Der Dow Jones gewann 0,44 Prozent auf 34.786,35 Zähler. Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index steigerte sich um 0,75 Prozent auf 4.352,34 Zähler und absolvierte damit laut US-Finanzinformationsdienst CNBC bereits den 7. Gewinntag in Folge. Dies ist bereits die längste Gewinnserie in zehn Monaten. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index legte 0,81 Prozent auf 14.639,33 Zähler zu. Beim S&P und an der Nasdaq wurden im Verlauf neue Rekordhochs markiert.

Gestiegene Löhne

"Der US-Arbeitsmarkt erholt sich kräftig, wenngleich die Konsensschätzung zur Arbeitslosenquote verfehlt wurde. Die Erwerbsquote stagnierte hingegen", fasste Helaba-Analyst Ralf Umlauf die Entwicklung im Juni zusammen. Akuter Handlungsdruck für die US-Notenbank, von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik abzuweichen, besteht ihm zufolge noch nicht, da weiterhin viele Millionen Arbeitsplätze fehlten. Zudem verwies er auf die gesunkene Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden, während die Stundenlöhne gestiegen seien

Unter den Einzelwerten sackten die Aktien von IBM mit minus 4,6 Prozent an das Ende des Dow. Die Anleger reagierten mit Verkäufen auf die überraschende Nachricht, dass Manager Jim Whitehurst - ehemals Chef des von IBM übernommenen Softwareanbieters Red Hat - das Unternehmen verlässt.

Notlandung

Um 1,3 Prozent abwärts ging es zudem für die Boeing-Papiere, womit sie sich etwas von ihren deutlicheren Anfangsverlusten erholten. Nach der Notlandung einer Boeing 737-Frachtmaschine vor Hawaii kündigte die US-Luftfahrtaufsicht FAA eine Untersuchung an. Nach vorläufigen Angaben sind beide Piloten, die als einzige Insassen an Bord waren, von der US-Küstenwache gerettet worden.

Johnson & Johnson legten indes im Dow um 1,8 Prozent zu. Der Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns regt laut eigenen Angaben eine "starke und anhaltende" Immunantwort gegen die besonders ansteckende Delta-Variante (B.1.617.2) an. Curevac allerdings büßten weitere 4,6 Prozent ein nach fast 3 Prozent am Vortag. Die Papiere litten weiter unter enttäuschenden endgültigen Daten zur Wirksamkeit des eigenen Corona-Impfstoffs.

Virgin Galactic legten um vier Prozent zu, denn der britische Milliardär Richard Branson kündigte an, mithilfe seiner Raumfahrtfirma schon am 11. Juli ins Weltall fliegen zu wollen. Unter den Börsenneulingen büßten Krispy Kreme neun Prozent ein. Ausgegeben zu 17 Dollar hatten die Titel der Donutkette am Donnerstag ihren ersten Handelstag bei 21 Dollar beendet.

Mister Spex

Der Berliner Online-Optiker Mister Spex hat am Freitag ein durchwachsenes Börsendebüt hingelegt. Nach anfänglichen Zeichnungsgewinnen sind die Aktien unter Druck geraten. Der erste Kurs des Online-Brillenhändlers hatte noch 25,38 Euro betragen und damit leicht über dem Ausgabepreis von 25 Euro gelegen. Im Handelsverlauf aber bröckelten die Gewinne, und am Ende notierten die Papiere bei 24,50 Euro.

Mit dem Geld will die Firma, die etwa mit Brillen und Kontaktlinsen handelt, auch international expandieren. Nach eigenen Angaben betreibt Mister Spex Online-Shops in zehn Ländern sowie mehr als 40 Geschäfte in Deutschland, Österreich und Schweden, die durch rund 400 Partneroptiker erweitert werden. 2020 steigerte Mister Spex seinen Umsatz um knapp ein Fünftel auf 164 Millionen Euro.

Das Aktienangebot umfasste rund 15 Millionen Aktien, darunter etwa 9,8 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Hinzu kamen rund 3,3 Millionen Aktien aus dem Bestand von Altaktionären sowie rund 2 Millionen Papiere zur Deckung von Mehrzuteilungen, der sogenannte Greenshoe. Daraus ergab sich ein Angebotsvolumen von 375 Millionen Euro.

Dole

Der Obst- und Gemüsekonzern Dole treibt seinen Börsengang in New York voran. Die irische Dole Plc reichte einen entsprechenden Antrag bei der Aufsicht ein. Die Börsennotiz des Unternehmens steht im Zusammenhang mit der geplanten Fusion des Dole-Mutterkonzerns mit dem ebenfalls in Irland ansässigen Rivalen Total Produce. Die beiden Konzerne hatten im Februar ihren Zusammenschluss bekanntgegeben und erklärt, ihr Ziel sei ein Listing an der Wall Street.

Das vor allem für seine Bananen und Ananas bekannte Unternehmen Dole lässt sich beim Börsengang unter anderem von Deutsche Bank Securities beraten. Die Zahl der Aktien oder die Preisspanne wurden zunächst nicht bekannt. Dole setzte im Jahr 2020 rund 8,97 Mrd. US-Dollar (7,55 Mrd. Euro) um und erzielte 101 Mio. Dollar Nettogewinn. Frisches Obst und frisches Gemüse machten 72 bzw. 28 Prozent der Erlöse aus, wobei Nordamerika und Europa 49 bzw. 45 Prozent des Gesamtumsatzes beisteuerten.

 

 

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