Bittere Pleite eines bekannten Traditionshotels in Wien

Stempel "Insolvenz" auf Papier
45 Dienstnehmer sind von der Pleite betroffen.

„Das Hotel Bellevue wurde 1873 im Stil der Ringstraßen-Hotels anlässlich der Wiener Weltausstellung erbaut. Geplant wurde das Hotel vom in Bratislava geborenen jüdischen Architekten Wilhelm Stiassny. Er studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien unter Friedrich von Schmidt, der einst das berühmte Wiener Rathaus entworfen hat. Die architektonischen Details der Fassade des Gebäudes konnten bis heute erhalten werden“, heißt es auf der Firmen-Homepage. „Auch im Inneren des Gebäudes erwartet Sie ein klassisches Ambiente. Liebevolle Details und zeitgemäßes aber traditionelles Design begleiten Sie durch das gesamte Haus. Die 167 klimatisierten Zimmer und Suiten sind mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet und vereinen Wohnkomfort mit historischem Ambiente.“

Und weiters heißt es: „Die zentrale, aber ruhige Lage im 9. Bezirk Alsergrund macht das Hotel Bellevue zu einem idealen Ausgangspunkt für Ihren Wien-Besuch. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Staatsoper, das Kunst- und das Naturhistorische Museum und das Rathaus sind sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit Fahrrad (welches man sich in der Nähe ausborgen kann) schnell und einfach zu erreichen. Erkunden Sie auch die Umgebung zu Fuß, wo Sie bekannte Wiener Parks wie den Augarten mit dem ältesten Barockgarten Wiens oder den teilweise öffentlich zugänglichen Liechtenstein Park mit dem beeindruckenden Palais Liechtenstein befinden.“

Die Rede ist von der BIKIM GmbH mit Sitz in Wien. Über ihr Vermögen wurde heute, Mittwoch, aufgrund eines Eigenantrages ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien eröffnet. Das bestätigt Venka Stojnic vom Österreichischen Verband Creditreform dem KURIER. 45 Dienstnehmer sind von der Pleite betroffen.

„Das Unternehmen betreibt das Hotel Bellevue in der Althanstraße 5, 1090 Wien. Insgesamt sind rund 45 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Die genaue Höhe der Verbindlichkeiten ist derzeit nicht bekannt“, so Creditreform. 

Indes ist es in dem Hotel vor zwei Jahren zu zwei Todesfällen gekommen, zumindest bei einem soll es sich um Mord gehandelt haben.

Die Zukunft

Das Unternehmen bietet den Gläubigern eine Sanierungsplanquote mit 30 Prozent Quote zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme an. Laut Sanierungsantrag sollen die für die Bezahlung des Sanierungsplanes notwendigen Mittel durch die Fortführung des Betriebes erwirtschaftet werden.

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