Bwag-Chef Haynes bleibt auf Expansionskurs.

© APA/ROLAND SCHLAGER

bankbilanz
02/16/2017

Bawag legt für Zukäufe ihren Jahresgewinn zur Seite

Statt Dividende erfolgt Expansion nach Deutschland.

von Robert Kleedorfer

Die Bawag/PSK ist in den vergangenen Monaten vor allem mit dem Thema Bankomatgebühren und der Umstellung von 20.000 Konten auf ein teureres Kontopaket in Verbindung gebracht worden. Wirklich geschadet hat der Bank die Diskussion nicht. "Von den 20.000 betroffenen Kunden sind drei Viertel bei uns geblieben", sagt Bankchef Byron Haynes bei der Vorstellung der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr. Und die Gesamtzahl der Privat- und Geschäftskunden stieg im Vorjahresvergleich um 200.000 auf 1,8 Millionen. Bezüglich Bankomatgebühren betonte Haynes erneut, dass es sich um keine Gebühr beim Abheben handle, sondern um eine Buchungsgebühr (zum Teil ab der zweiten Behebung). "Wir haben auch nicht die Absicht, eine solche Gebühr einzuführen", sagte Haynes, nachdem die Bundeswettbewerbsbehörde eine solche diese Woche als legitim betrachtet hat.

Für die Bawag bleiben weiterhin Privatkunden im Mittelpunkt, wobei weiter der Fokus auf einfache und transparente Produkte gelegt werde. Im Vorjahr hat in diesem Segment das Neugeschäft (1,2 Mrd. Euro) vor allem durch Konsum- und Wohnbaukredite zugelegt. Das Onlinebanking soll weiter forciert werden, die Filialzahl (466 Mitte 2016) werde optimiert. "Wir konzentrieren uns auf die Standorte, die von den Menschen genutzt werden", sagte Haynes.

Rekordgewinn

Zudem werde weiter an der Verbesserung der Effizienz gearbeitet, die Kosten seien im Vorjahr um sieben Prozent gesunken. Der Nettogewinn legte um ein knappes Viertel auf 484 Millionen Euro zu. Im Gegensatz zum Vorjahr werde heuer aber keine Dividende an die Eigentümer (hauptsächlich die US-Fonds Cerberus und Golden Tree) ausgeschüttet. "Wir brauchen ausreichend Kapital", sagt Finanzvorstand Anas Abuzaakouk. Insgesamt sollen bis 2019 bis zu zwei Milliarden Euro aufgebaut werden. Damit soll die Expansion, auch über Zukäufe, im deutschsprachigen Raum finanziert werden. So startet die Direktbank easybank noch im ersten Halbjahr 2017 in Deutschland. Im Gespräch war zuletzt der Kauf der Oldenburgischen Landesbank. Dazu wollte sich Haynes nicht äußern.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.