Wirtschaft
10.10.2017

Bank schickt Alpendorf-Betreiber in Konkurs

Das Apartmenthotel-Betreiber soll mindestens 1,4 Millionen Schulden angehäuft haben. Der Geschäftsführer erhebt schwere Vorwürfe.

In diesem Fall dürfte das Geschäftsmodell nicht ganz aufgegangen sein. Über die Alpendorf Apartment Betriebs GmbH aus Gerlos im Zillertal, die laut eigenen Angaben das Apartmenthotel „Fürstalm Alpendorf“ in der Hauptstraße 70 betreibt, ist am Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das Hotel umfasst neun Apartments mit insgesamt 70 Betten. Masseverwalter ist laut Creditreform der Sanierungsexperte Stefan Geiler. Für den 4. Dezember 2017 ist die erste Tagsatzung anberaumt.

Der geschäftsführende Mehrheitsgesellschafter Manfred Knapp spricht von einem „schweren Kriminalfilm“, sein Partner habe sich schon das Leben genommen. „Man hat uns künstlich in die Insolvenz gesetzt, wir hatten ja einen Vertrag mit einem Reisebüro, aber man hat uns die Einnahmen heruntergesetzt“, behauptet Knapp. „Die Bank hilft uns eigentlich, ich stand ja lange unter Personenschutz.“ Nachsatz: „ Wir haben 3000 Quadratmeter Grund in Gerlos, normalweise kostet ein Quadratmetergrund 500 Euro. Wir sind nicht überschuldet.“ Knapp erhebt keine Vorwürfe gegen die Bank, sondern gegen regionale Politiker und andere Verantwortliche. Diese Vorwürfe kann der KURIER mangels Überprüfungsmöglichkeit aber nicht publizieren.

Das Unternehmen hat im Jahr 2006 und 2010 bei einer Bank einen Kredit in Höhe von insgesamt 1,362 Millionen Euro aufgenommen. Laut Aktenlage waren im April 2015 insgesamt 1,417 Millionen Euro offen – ohne Zurechnung von 16,5 Prozent Verzugszinsen. Trotz Mahnung soll das Unternehmen seine Bankschulden nicht beglichen haben. Selbst kleinere Beträge soll die Alpendorf-Betreiberin nicht bezahlen haben. So werden sechs gerichtliche Exekutionsverfahren geführt – über Beträge zwischen 1672 Euro bis 54.321 Euro.

Anfang August 2017 stellte die finanzierende Bank am Landesgericht Innsbruck einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dazu führte die Bank ins Feld, dass die Apartment-Hotelbetreiberin zahlungsunfähig und überschuldet ist. Demnach sei die Betriebsliegenschaft mit Pfandrechten überbelastet. Eine kurzfristige Verwertung der Liegenschaft sei aufgrund der Pfandrechte nicht möglich. Die Bank führt auch an, dass die Erlöse aus dem Apartment-Hotel der Alpendorf Apartment Betriebs GmbH in der Vergangenheit erheblich zurückgegangen und die mit dem Vertriebspartner vereinbarten Erlösbeträge erheblich gekürzt worden seien.

Laut Bilanz 2016 hat der Betrieb 1,588 Millionen Euro Schulden und ein negatives Eigenkapital in Höhe von 173.400 Euro. Der Verlustvortrag aus dem Jahr 2015 betrug 173.500 Euro und der Verlustvortrag aus dem Jahr 2014 auch 131.250.

„Der Hauptgläubiger (Bank) ist von allen Umständen informiert und in laufende Maßnahmen eingebunden“, heißt es im Anhang zur Bilanz. „Aufgrund gesunkener Mieteinnahmen ist das negative Eigenkapital in der Berichtsperiode angestiegen. Ein Entsprechendes Sanierungskonzept ist aktuell in Besprechung mit dem Hauptgläubiger“.