Delivery vans parked on the parking

© Getty Images / Tramino/IStockphoto.com

Wirtschaft
05/17/2021

Bangen vor NoVA für leichte Nutzfahrzeuge

Kurz vor Inkrafttreten der Normverbrauchsabgabe für Nutzfahrzeuge fordern Branchenvertreter nun eine Verschiebung um ein Jahr. Noch gebe es zu wenige Alternativen am Elektromarkt. 

Am 1. Juli ist es so weit. Dann werden erstmals in Österreich auch leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht NoVA-pflichtig. Die Maßnahme ist Teil des Paktes zur Ökologisierung des Verkehrs von Umweltministerin Leonore Gewessler, im Zuge dessen insgesamt CO2-Abgaswerte stärker besteuert, und umweltfreundliche Antriebe begünstigt werden.

Betroffen von dieser NovA-Ausweitung sind künftig auch SUVs, Pick-Ups und Vans, die als Klein-LKW gelten. "Die Stinker werden teurer", sagte Vizekanzler Werner Kogler bei der Präsentation der Pläne vergangenen November. 

Und das zum Teil deutlich. Ein durchschnittlicher Kastenwagen, der in Österreich von Gewerbe- und Handwerksbetrieben genutzt wird, kostet laut Wirtschaftskammer derzeit 29.900 Euro. Bis ins Jahr 2024 würde der Preis mit der geplanten NoVA-Änderung auf knapp 43.400 Euro steigen. Abhängig ist der Aufschlag von den Abgaswerten des Autos. Schon jetzt werden Händler überrannt, weil Firmen ihre geplanten Beschaffungen vorziehen. 

Mahrer für verlängerte Übergangsfrist

Von Branchenvertretern wurde deshalb in den vergangenen Monaten massive Kritik an den Regierungsplänen laut. "Wir brauchen einen Aufschwung, aber so wird er im Keim erstickt", ortete etwa Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, einen "Angriff auf die heimischen Klein- und Mittelbetriebe".

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer forderte aufgrund der Lieferengpässe bei den Händlern zuletzt eine Fristverlängerung um ein halbes Jahr, bis ins Frühjahr 2022. "In so einer Sondersituation erwarte ich mir von der Spitzenpolitik schon eine gewisse Flexibilität", sagte Mahrer im Interview mit der Presse. Aktuell gilt: Mit unterschriebenem Kaufvertrag bis Ende Mai und einer garantierten Auslieferung bis 31. Oktober 2021 können Nutzfahrzeuge noch ohne NoVA zugelassen werden.

Zu wenige saubere Elektro-Alternativen 

Auf einen anderen Aspekt macht nun Henning Heise, Obmann Fuhrparkverband Austria (FVA) aufmerksam. Im Nutzfahrzeugbereich gäbe es nämlich schlicht noch zu wenige Alternativen im Elektro-Bereich.

"Im Pkw-Bereich ist ein Umstieg möglich, bei den Elektro-Nutzfahrzeugen ist es noch sehr schwierig. Allradantrieb gibt es nicht, Pritsche nur eine und viele Modelle haben nicht die nötige Reichweite", sagt Marcella Kral, Obmann-Stv. des FVA. Der Markt biete – noch – nicht das, was die Firmen brauchen. "Wenn die Politik nun den Umstieg erzwingt, riskiert sie über schlechte Erfahrungen den langfristigen Erfolg der E-Mobilität." Die NoVA-Ausweitung solle daher um "zumindest um ein Jahr" aufgeschoben werden.

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