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Wirtschaft
03/22/2019

Bordmüll: OMV macht aus gebrauchten Getränkebechern wieder Rohöl

Die Lufthansa-Gruppe und ihre Tochter AUA setzen auf Müllvermeidung im Bordbereich und vor allem auf Recycling von Catering-Bechern.

Das Ziel ist, das Abfallaufkommen und die Umweltbelastung zu reduzieren und die entsprechenden Abläufe in den Flugzeugen zu optimieren. "Bereits vor einigen Jahren hat Austrian Airlines begonnen, verschiedenste Materialien an Bord zu trennen und anschließend dem Recyclingprozess zuzuführen. Das gilt für Pet-Flaschen, Glasflaschen, Tetrapak, Dosen sowie Altpapier und Zeitungen. Derzeit wird an unterschiedlichen Projekten gearbeitet, die den Flugverkehr gruppenweit effizienter und umweltfreundlicher gestalten sollen", heißt es in einer Aussendung. "Seit Ende 2018 sammeln Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter die gebrauchten Plastikbecher der Gäste getrennt vom Restmüll ein. Diese werden von einem Entsorgungsunternehmen gereinigt, zerkleinert und anschließend zur ReOil®-Pilotanlage in der Raffinerie Schwechat geliefert."

Durch ein thermisches Crackverfahren wird aus Kunststoffabfällen synthetisches Rohöl hergestellt. Dieses Rohöl wird in der Raffinerie Schwechat zu Treibstoffen bzw. anderen Grundstoffen der Kunststoffindustrie weiterverarbeitet. Austrian Airlines unterstützt mit ihrer Sammelaktion eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Auch die Flughafen Wien AG ist in diesem Prozess wichtiger logistischer Partner.

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Bordabfall auf Flügen reduzieren

Austrian Airlines arbeitet laufend daran, den Bordabfall auf Flügen zu reduzieren. Beim Recycling leisten unsere Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter seit vielen Jahren einen wesentlichen Beitrag. Ich freue mich sehr, dass wir durch die Initiative der Crewmitglieder aus dem Austrian Airlines „Fly greener“ Team – gemeinsam mit der OMV – einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung setzen konnten“, sagt Vera Renner, Vice President Cabin Operations der Austrian Airlines.

Kunststoffe sind aus unserem Leben aufgrund der hervorragenden Eigenschaften des Materials nicht mehr wegzudenken. In der ReOil-Pilotanlage können wir die AUA-Getränkebecher zu synthetischem Rohöl und in weiteren Schritten zu Kraftstoff bzw. wieder zu Kunststoffen verarbeiten. Unser OMV Forschungsprojekt ermöglicht diesen Kreislauf zu schließen und Müll zu reduzieren. Die gemeinsame Aktivität ist ein klares Signal, wie wichtig unseren Firmen ein schonender Umgang mit unseren Ressourcen ist", sagt Thomas Gangl, OMV Senior Vice President Refining & Petrochemicals.

Versuchsanlage im Technikum der Raffinerie Schwechat

Die OMV beschäftigt sich seit 2011 mit dem Potenzial von Altkunststoffen. Nach erfolgreichen Forschungsergebnissen mit einer Versuchsanlage im Technikum der Raffinerie Schwechat wurde Anfang 2018 die deutlich größere ReOil®Pilotanlage in der Raffinerie Schwechat in Betrieb genommen. Aus 100 Kilogramm Altkunststoff entstehen 100 Liter synthetisches Rohöl.

Die Zusammenarbeit mit der OMV im Rahmen des ReOil® Projektes geht auf die Initiative des Austrian Airlines Teams von „Fly greener“ zurück. „Fly greener“ ist ein konzernweites Projekt der Lufthansa Group.Dabei entwickelt jede Lufthansa Group Airline eigene Ideen und Konzepte.