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Wirtschaft
04/07/2021

Aufstand der Kleinen gegen den Riesen Amazon

Koalition "Small Business Rising" mit ca. 60.000 Firmen fordert in den USA Zerschlagung des Tech-Giganten

Eine Reihe kleinerer US-Firmen lÀuft Sturm gegen die marktbeherrschende Stellung von Konzernen wie Amazon und fordert deren Zerschlagung und strenge Regulierung. VerbÀnde aus der Buchhandel- und Lebensmittelbranche sowie regionaler und lokaler Firmen starteten eine Kampagne in den USA. Auf ihrer Website erklÀrten sie, ihr Ziel sei es "zu verhindern, dass Technologie-Monopole wie Amazon den Markt beherrschen".

Der Unmut kleinerer Firmen gegen die Technologiegiganten ist nicht neu, erhielt zuletzt aber deutlichen Auftrieb durch die Folgen der Coronapandemie. Wegen geschlossener LÀden und Lockdowns weltweit verlagerte sich das GeschÀft umso mehr ins Internet. Der Umsatz von Amazon legte im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf rund 386 Mrd. Dollar (326,79 Mrd. Euro) zu, der Gewinn verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als 21 Mrd. Dollar.

Der Koalition "Small Business Rising" gehören unter anderem die Vereinigung unabhĂ€ngiger Buchhandlungen, der Nationale Lebensmittelverband sowie VerbĂ€nde lokaler und regionaler Firmen an. Zusammen reprĂ€sentieren sie ĂŒber 60.000 US-Firmen. Die Gruppe unterstĂŒtzt nach eigenen Angaben einen kĂŒrzlich erstellten Bericht des US-Kongresses, der die Marktmacht von Technologiefirmen beleuchtet und strengere Kartellregeln sowie Gesetze zur einfacheren Zerschlagung bestimmter Firmen fordert.

Die Wiederherstellung wettbewerbsfĂ€higer MĂ€rkte werde es den US-BĂŒrgern wieder ermöglichen, "erfolgreiche Firmen und eine wohlhabendere, nachhaltigere und innovativere Wirtschaft aufzubauen", erklĂ€rten die Firmen der Kampagne, die am Dienstag offiziell gestartet war. Amazon erwĂ€hnen sie dabei explizit - der Konzern halte den Online-Handel mit GebĂŒhren und seiner Datennutzung "im WĂŒrgegriff", und das sei eine der grĂ¶ĂŸten Gefahren fĂŒr unabhĂ€ngige Firmen.

Amazon wehrte sich gegen den Vorwurf. Der Konzern habe vergangenes Jahr kleinen und mittleren Unternehmen ĂŒber seine Plattformen die Möglichkeit geboten, "hunderte Milliarden Dollar Umsatz" zu machen. Deren VerkĂ€ufe entwickelten sich schneller als die der Amazon-Produkte, erklĂ€rte der Konzern.

Danny Caine, Besitzer eines unabhĂ€ngigen Buchladens in Lawrence in Kansas fasst die Marktmacht von Amazon so zusammen: "Sie bestimmen die Spielregeln und spielen zugleich das Spiel." Er hofft auf den neuen US-PrĂ€sidenten Joe Biden, der die Macht von Technologiefirmen stĂ€rker zĂŒgeln will. So befĂŒrwortet er etwa, dass Biden die Juristin Lina Khan an die Spitze der US-Verbraucherschutzbehörde gesetzt hat, eine bekannte Kritikerin der sogenannten GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon).

Gina Schaefer, die 13 Eisenwaren-GeschĂ€fte in Washington DC betreibt, beklagt, dass Amazon in den vergangenen zwei Jahrzehnten ungestört "grĂ¶ĂŸer und grĂ¶ĂŸer" werden konnte - das habe mit Steuererleichterungen begonnen. Der Konzern habe zudem Zugang zu einer "irren Masse von Daten". Ohne Regulierung werde Amazon immer stĂ€rker, sagt Schaefer - "denn sie haben keine Konkurrenz und Zugang zu unbegrenzten Ressourcen".

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