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Oktober
11/03/2014

Arbeitslosigkeit: Österreich verliert Nummer-eins-Platz

In Österreich sind prozentuell erstmals seit 1995 mehr Menschen ohne Job als in Deutschland.

von Robert Kleedorfer

Die Zahl der Arbeitslosen in Österreich steigt unaufhörlich wieder Richtung der 400.000-Marke. Inklusive Schulungsteilnehmer waren es Ende Oktober 389.000, um 28.000 mehr als im Vorjahr. Die nationale Quote stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent an. Nach der EU-Vergleichsmethode (letzte Zahlen vom September) beträgt sie 5,1 Prozent. Damit liegt Österreich erstmals seit dem EU-Beitritt 1995 hinter Deutschland. Österreich führte das Ranking seit Juli 2010 an, davor lagen die Niederlande an erster Stelle. EU-weit ging die Rate von 10,8 auf 10,1 Prozent zurück.

„Die Hauptursache ist die anhaltend schwache europäische Konjunktur“, sagt Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Er fordert erneut eine baldige Steuerreform.

Auch der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, sieht Reformbedarf. „Es muss die Bürokratie- und Abgabenlast gesenkt werden.“ Dass Österreich die Spitzenposition abgegeben habe und die Arbeitslosenzahlen in 21 von 28 Mitgliedsländern sinken, sei ein Warnsignal für die Republik. „Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt an einem seidenen Faden. Der Faktor Arbeit ist in Österreich zu stark belastet.“

Starkes Plus bei Langzeitarbeitslosen

Besonders stark ist die Zunahme bei Langzeitarbeitslosen (mehr als ein Jahr ohne Arbeit oder Schulung). Sie stieg um 111 Prozent auf 15.000. Dies hängt laut AMS-Chef Johannes Kopf mit den zurückgefahrenen Schulungen zusammen. „Den Wert halte ich für aushaltbar, aber man muss ihn beobachten“, sagte er in der ZiB.

Auffällig auch die steigende Zahl betroffener Ausländer (82.200, plus 22,2 Prozent) sowie der über 50-Jährigen (plus 14,5 Prozent), Behinderten (plus 17,8 Prozent) und Zeitarbeiter (plus 14,5 Prozent).

Positiv: In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen gab es einen Rückgang von 3,0 Prozent, und die Zahl der Beschäftigten stieg um 19.000.

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