435.000 ohne Job: Mehr Arbeitslose und ein Lichtblick zu Jahresbeginn
Zusammenfassung
- Ende Dezember 2025 waren 434.572 Menschen in Österreich arbeitslos oder in AMS-Schulung, ein Anstieg um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Die Arbeitslosenquote lag bei 8,4 Prozent, während die Beschäftigung leicht um geschätzt 4.000 Stellen zunahm.
- Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen stieg um 12,8 Prozent auf 102.491, während offene Stellen um 16,2 Prozent zurückgingen.
Die Arbeitslosigkeit hat sich zum Jahresende weiter erhöht, der Anstieg fiel aber schwächer aus als zulezt. Ende Dezember 2025 waren 434.572 Menschen in Österreich arbeitslos oder in AMS-Schulung, um 2,0 Prozent bzw. 8.560 mehr als vor einem Jahr. Das teilte das Arbeits- und Sozialministerium am Freitag mit.
Die Arbeitslosenquote lag bei 8,4 Prozent, um 0,2 Prozentpunkte höher als im Dezember 2024.
Zugleich ist die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr wieder leicht gestiegen (geschätzt plus 4.000 Beschäftigungsverhältnisse).
Frauen stärker betroffen als Männer
Im Detail zeigen die Zahlen große Unterschiede bei den Geschlechtern. So stieg die Arbeitslosigkeit von Frauen im Dezember um 6,6 Prozent, bei Männern jedoch nur um 0,5 Prozent. Inklusive Schulungsteilnehmer gab es sogar ein Minus von 0,3 Prozent. AMS-Chef Johannes Kopf erklärt den hohen Anstieg bei den Frauen mit der schwierigen Lage im Handel, während sich die Lage in der Industrie stabilisiere und die Bauarbeitslosenzahlen besser seien als im Vorjahr.
Im Bundesländervergleich schnitten Kärnten und Oberösterreich am besten ab, während Niederösterreich und Vorarlberg die Schlusslichter bilden. "Erleichterung besteht bei meinen Kolleg_innen vom AMS Oberösterreich. Dieses Bundesland hat ja lange Zeit besonders starke Anstiege verzeichnen müssen und weist nun hinter Kärnten den geringsten Anstieg aller österreichischen Bundesländer auf“, kommentierte Kopf am Freitag. Erfreulich ist, dass die Jugendarbeitslosigkeit nicht weiter steige.
Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen (mindestens ein Jahr AMS-Vormerkung) hingegen stieg erneut überdimensional um 12,8 Prozent auf 102.491 Personen. Die beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sanken hingegen gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent auf 67.647.
Entspannung im Jahresverlauf erwartet
Wie schon Kopf verwies am Freitag auch Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) auf eine mögliche Entspannung bei der Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf: "Die Beschäftigung wird wieder stärker wachsen und die Arbeitslosigkeit soll im zweiten Halbjahr etwas sinken." Dabei verwies sie auf das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), das einen Rückgang um rund 4.000 Personen erwarte. Die unselbstständige Aktivbeschäftigung soll um etwa 27.000 zunehmen.
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