© REUTERS / Dado Ruvic

Wirtschaft
01/03/2019

Wegen Apple: Steirische Firma verliert Fünftel des Börsewerts

Den größten Tagesverlust aller Apple-Zulieferer fasste der heimische Sensorspezialist ams aus.

Mitgefangen, mitgehangen. Oder wie gewonnen, so zerronnen: Das gilt für Apples Zulieferer, deren Aktien am Donnerstag abgestraft wurden. So brachen in Frankfurt die Anteilsscheine von Dialog Semiconductor um gut 9 Prozent ein, jene von Chipindustrieausrüster Aixtron verloren in derselben Größenordnung.

Besonders hart traf es den steirischen Halbleiterhersteller ams. Offiziell wird das nicht kommuniziert, aber Marktteilnehmer wissen, dass die iPhones ein Großabnehmer des Sensorspezialisten sind: Wichtige Teile der Gesichtserkennung kommen von ams. 

Mehr als 20 Prozent Minus

Analysten schätzen, dass Apple ungefähr 45 Prozent des ams-Umsatzes ausmacht. Deshalb wurde die Aktie, die an der Schweizer Börse SIX notiert, besonders heftig abgewatscht. Das Wertpapier lag am Donnerstag um ein Fünftel im Minus, kurz vor Handelsende standen rund 22 Prozent Minus zu Buche. Untertags war die Aktie bei 18,03 Schweizer Franken auf ein Mehr-Jahres-Tief gefallen – so schwach bewertet war der Titel davor im Sommer 2013.

Allerdings muss man dazusagen: Davor hatte ams eine sensationelle Erfolgsstory aufs Börsenparkett gezaubert: Im Sog der iPhone-Erfolge war die Aktie in lichte Höhen gestiegen.

Von März 2016 bis März 2018 hatte sich der Kurs auf 121 Franken vervierfacht. Mitte November musste ams dann wegen der schwankenden Nachfrage bescheidenere Ziele ausrufen.  Der Umsatz werde sich im vierten Quartal auf 480 bis 520 Mio. Dollar belaufen. Davor hatte die Firma 570 bis 610 Mio. in Aussicht gestellt.

Zuletzt stammen 73 Prozent der Umsätze aus dem Kommunikationssektor, daneben gibt es eine Sparte mit Chips und Sensoren für die Industrie, etwa den Automobilsektor, der die restlichen  27 Prozent beiträgt. Wobei bescheiden relativ ist: ams hielt im November am Ziel eines „jährlich zweistelligen Umsatzwachstums“ fest.  

10.000 Beschäftigte

Der ams-Konzern beschäftigt weltweit rund 10.000 Beschäftigte, darunter 1200 Ingenieure. Der Sitz ist in Premstätten bei Graz.  Die Produktion teilt sich auf Österreich und Singapur auf, getestet wird zudem auf den Philippinen. Der Sensorhersteller führt regelmäßig Österreich-Rankings an, wenn die größten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) gelistet werden. Allein 2017 investierte ams dafür laut EY rund 214 Millionen Euro.

 

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