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Rekordumsatz
03/04/2016

Anlagenbauer Andritz sieht trotz labiler Konjunktur Wachstum

2015 erstmal mehr als 6 Milliarden Euro Umsatz. Gewinn und Dividende stiegen kräftig.

von Franz Jandrasits

"Wir sind weltweit überall gut vertreten. Daher profitieren wir von allen guten Entwicklungen, leiden aber auch unter allen schlechten Entwicklungen. Aber ist trifft uns nie katastrophal. Hoffentlich."

Diese Strategie von Andritz-Chef Wolfgang Leitner – der auch größter Einzeleigentümer des Grazer Anlagenbauer ist – ging auch 2015 auf. Der Umsatz stieg mit 6,4 Milliarden Euro (plus 9 Prozent) auf einen Rekordwert, der Gewinn legte um fast 27 Prozent auf 267,7 Millionen Euro zu (siehe Grafik). Die Aktionäre bekommen 1,35 Euro Dividende je Aktie, eine Steigerung um 35 Prozent.

Das stärkste Wachstum gab es in der Sparte Papier & Zellstoff, die einen Umsatzsprung auf 2,2 Milliarden Euro schaffte. In diesem Bereich gab es mit einem Plus von 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro ein kräftiges Auftragswachstum, die Bestellungen kamen aus China, Skandinavien und Südamerika. Etwas weniger Aufträge gab es in der Sparte Hydro, vor allem bei großen Wasserkraftwerken gab es Rückgänge, kleinere Kraftwerke liefen laut Leitner gut.

Pressen unter Druck

Weniger gut entwickelte sich das Geschäft in der Metallsparte. Zwar stieg der Umsatz noch um 10 Prozent, die Aufträge schrumpften aber um 15 Prozent. In der Stahlindustrie gibt es wegen weltweiter Überkapazitäten kaum neue Projekte. Unter Druck kam auch die Pressen-Tochter Schuler, die derzeit umstrukturiert wird. Unter anderem werden in Deutschland Produktionen zusammengelegt, Werke werden geschlossen.

Für heuer erwartet Leitner zwar ein solides Wachstum, allerdings seien die Aussichten "mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet". Die größte Unsicherheit gehe von China aus, dessen Wirtschaft heuer und 2017 nicht mehr so stark wachsen werde wie in der Vergangenheit. Das Geschäft von Andritz in China werde aber weiter zulegen, ist der Konzernchef überzeugt. China will etliche Kohlekraftwerke stilllegen und statt dessen verstärkt in erneuerbare Energie investieren. Selbst die Beseitigung von Überkapazitäten in der Stahlindustrie wird laut Leitner Aufträge bringen: "Alte und kleine Hersteller sollen in den nächsten Jahren zugesperrt werden, im Gegenzug werden große Anlagen modernisiert und erweitert."

Export aus China

Leitner setzt auch auf den Export aus China etwa nach Vietnam, Laos und Kambodscha. Gute Chancen sieht er dabei für den Pressen-Hersteller und Maschinenbauer Yadon, den Schuler 2015 mehrheitlich übernommen hat. Neben der Autoindustrie beliefert Yadon – 1100 Mitarbeiter, rund 120 Millionen Euro Umsatz – auch die Haushaltsgeräte- und metallverarbeitende Industrie.

Ob für diese Strategie bald wieder Firmen zugekauft werden, will Leitner vorerst nicht sagen. Das nötige "Kleingeld" dafür hätte der Konzern, die Kriegskasse ist mit knapp einer Milliarde Euro jedenfalls gut gefüllt.

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