ams-Osram verkauft Teilbereich an Infineon – für 570 Mio. Euro

Das Osram-Logo an einem modernen Bürogebäude mit Glasfassade.
Der österreichisch-deutsche Chip- und Sensorhersteller ams-Osram verkauft einen Teilbereich seines Sensorgeschäfts, um Schulden abzubauen.

Konkret geht es um das "nichtoptische Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäft" von ams-Osram, das für 570 Mio. Euro an Infineon gehen soll, wie das Unternehmen Dienstagabend mitteilte. 

Das Closing der Transaktion werde für das zweite Quartal 2026 erwartet.

Im Rahmen der Transaktion sollen rund 230 Beschäftigte mit Expertise in den Bereichen Forschung und Entwicklung und Management zu Infineon wechseln, davon rund 70 Mitarbeitende zum Infineon-Standort Graz, wie Infineon in einer Aussendung bekanntgab. "Das Know-how der rund 70 neuen Mitarbeitenden unterstützt uns in Graz dabei, eine noch größere Bandbreite an Sensorprodukten anbieten zu können", so Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria. Die Transaktion werde sich unmittelbar mit dem Abschluss positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken, hieß es weiter. Zukünftige Synergien ermöglichten "eine erhebliche zusätzliche Wertschöpfung". Teil der Vereinbarung sei zudem ein mehrjähriges Lieferabkommen mit ams-Osram.

Hanke fordert Standort- und Beschäftigungsgarantie

"Mir wurde versichert, dass sowohl ams-Osram als auch Infineon trotz des Verkaufs des Medizin- und Industriegeschäfts alles geben werden, um den Standort Premstätten zu erhalten und den Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) in einer ersten Reaktion. "Ich gehe davon aus, dass sich dies nicht als leere Worthülsen erweisen wird."

Das veräußerte Geschäft erwirtschaftete 2025 laut Unternehmensangaben rund 220 Mio. Euro Umsatz und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von etwa 60 Mio. Euro. Der Verkauf betrifft laut ams-Osram auch Gesellschaften, die rund 130 Mio. Euro an Vermögenswerten halten, welche die Wandelanleihen und Senior Notes der Gruppe besichern. Die entsprechenden Erlöse sollen für einen anteiligen Rückkauf bzw. die Rückzahlung dieser Instrumente verwendet werden. In Summe sollen die Teilverkäufe im Rahmen des Entschuldungsplans rund 670 Mio. Euro einbringen. Damit soll der Pro-forma-Verschuldungsgrad von 3,3 auf 2,5 (inkl. Osram-Put-Optionen) sinken.

"Mit dem gezielten Verkauf unseres nichtoptischen Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro in bar schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir reduzieren unsere Verschuldung deutlich schneller als geplant und formen den führenden Anbieter in Digital Photonics", sagte ams-Osram-Chef Aldo Kamper laut Aussendung.

Verschuldungsgrad soll durch Verkaufserlös sinken

Das veräußerte Geschäft erwirtschaftete den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 220 Mio. Euro Umsatz und etwa 60 Mio. Euro bereinigtes EBITDA. Der Verkauf betrifft laut ams-Osram auch Gesellschaften, die rund 130 Mio. Euro an Vermögenswerten halten, welche die Wandelanleihen und Senior Notes der Gruppe besichern. Die entsprechenden Erlöse sollen für einen anteiligen Rückkauf bzw. die Rückzahlung dieser Instrumente verwendet werden.

In Summe sollen die Teilverkäufe im Rahmen des Entschuldungsplans rund 670 Mio. Euro einbringen. Damit soll der Pro-forma-Verschuldungsgrad von 3,3 auf 2,5 (inkl. Osram-Put-Optionen) sinken.

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