Noch-Telekom-Chef Ametsreiter (re.) mit Alejandro Plater.

© APA/HANS KLAUS TECHT

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07/17/2015

Ametsreiter sagt mit Gewinn leise „Adios“

Kein Rückzug aus Osteuropa, im Gegenteil.

von Robert Kleedorfer

Nur 35 Minuten dauerte der letzte öffentliche Auftritt von Hannes Ametsreiter als Chef der Telekom Austria anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen. „Natürlich bin ich mit dem Unternehmen stark verbunden“, sagte er zum Abschied Ende Juli nach 19 Jahren im Konzern. Wie berichtet, wird er Vodafone-Deutschland-Chef. „Mit 48 Jahren ist es Zeit, etwas Neues zu machen. Vodafone ist der coolste und größte Mobilfunker der Welt.“

Weitere Fragen zu Personalagenden wurde nicht beantwortet. Wie berichtet, soll Ametsreiters Stellvertreter, der vom Mehrheitseigentümer America Movil entsandte Alejandro Plater, als sein Nachfolger bereits feststehen.

Ametsreiter verabschiedet sich mit einem Halbjahresgewinn von 171,4 Mio. Euro (nach einem Minus von 264,3 Mio. im Vorjahreszeitraum) – vier Mal so viel wie von Analysten erwartet und das beste Ergebnis seit sechs Jahren. „Wir sind damit eines der profitabelsten Unternehmen Österreichs“, sagt der scheidende Chef. „Wir ziehen unser Kostensenkungsprogramm durch und ernten jetzt die Früchte.“ Im ersten Halbjahr wurden rund 50 bis 60 Mio. Euro eingespart, in der zweiten Hälfte sei eine ähnliche Größenordnung geplant.

Heimatmarkt

In Österreich befinde man sich auf Wachstumskurs. Während es beim Mobilfunk einen Rückgang bei den Kunden um 2,5 Prozent gab, legt das Festnetz mit 0,3 Prozent leicht zu. Es dient laut Finanzvorstand Siegfried Mayrhofer als Basisversorgung für Internet und TV-Dienste. Beim Mobilfunk sei der Markt "enorm kompetitiv", die Preise meilenweit unter dem EU-Durchschnitt.

In Bulgarien, wo im Vorjahr 400 Mio. Euro abgeschrieben werden mussten, sei die Lage "nach wie vor schwierig", Umsatz- und Ergebnis gingen weiter zurück. Auch eine neuerliche Abschreibung in kleinerem Umfang könne nicht ausgeschlossen werden. In Weißrussland läuft es besser, unterm Strich werden die Zahlen aber von der Schwäche des weißrussischen Rubbels getrübt. Kroatien erhellt sich laut Mayrhofer zunehmend, wobei aber höhere Frequneznutzungsgebühren belastend wirkten.

Ein Rückzug aus problematischen Ländern in Osteuropa (z.B. Bulgarien) sei nicht geplant; im Gegenteil, die Expansion im Osten, aber auch Westen, werde geprüft, ergänzt Plater. Man habe mehrere Länder im Fokus, konkreter wollte er nicht werden.

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