Die Lehre soll wieder an Sozialprestige gewinnen

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Wirtschaft
01/27/2020

„Alumni-Klub“ soll Jugendlichen Lust auf die Lehre machen

Betriebliche Initiative zukunft.lehre.österreich gründet Plattform zur Unterstützung der dualen Ausbildung

von Anita Staudacher

Die betriebliche Initiative „zukunft.lehre.österreich“ (z.l.ö.) will ehemalige Lehrlinge in Österreich vernetzen und als Lobbyisten für die duale Ausbildung gewinnen. Dazu wurde nach Vorbild schulischer Absolventenvereine erstmals ein österreichweiter Alumni-Klub für Lehrlinge gründet.

Eine Mitgliedschaft beim Klub "zukunft.lehre.alumni" bietet vergünstigte Aus- und Weiterbildungen, Unterstützung beim beruflichen Ein- und Umstieg sowie Teilnahme an Mentoring-Programmen. „Der Alumni-Klub soll eine Plattform für alle jene werden, die die Lehre unterstützen wollen“, so Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG OÖ und Präsident von z.l.ö. Weiters soll die Kampagne "1.000 Gesichter für die Lehre" der betrieblichen Ausbildung ein Gesicht geben.

Der vor zwei Jahren gegründeten Initiative gehören knapp 50 Betriebe an, darunter KTM, FACC, der Diskonter Hofer und die Sporthandelskette Intersport. "Egal ob Großkonzern oder kleiner Betrieb, bei uns ist jeder willkommen", sagt Steinecker. Ziel sei es generell, die Anzahl an Lehrlingen zu steigern. Besonders in Oberösterreich sei das Fachkräfteproblem bereits akut.

Lobby für die Lehre

Ziel der „Lobby für die Lehre“ ist es daher, den Stellenwert der dualen Berufsausbildung in Österreich zu heben. „Die Lehre muss wieder Ausbildung Nummer Eins werden“, so Steinecker, der die Schweiz als Vorbild nennt. So kann er sich auch für Österreich eine auf zwei Jahre verkürzte „Lehre light“ für Studienabbrecher oder gut qualifizierte Asylberechtigte vorstellen.

Erste Ansätze dazu gibt es etwa mit der Dualen Akademie in Oberösterreich. Dort können AHS-Maturanten in ausgewählten Berufen eine verkürzte Lehre zu vollem KV-Gehalt absolvieren. Die Duale Akademie soll nach und nach österreichweit ausgerollt werden.

Mit dem aktuellen Regierungsprogramm, das zahlreiche Maßnahmen zur Attraktivierung der Lehre vorsieht, zeigt sich Steinecker zufrieden. Allerdings hätte sich die Lobby einen eigenen Staatssekretär für die Aus- und Weiterbildung gewünscht.

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