Kondensstreifen und Flugzeug am Himmel

© APA/dpa/Frank Rumpenhorst / Frank Rumpenhorst

Wirtschaft

Klimaschutz wird Flugtickets verteuern

Airlines nach Coronaverlusten 2023 wieder profitabel.

12/06/2022, 12:07 PM

Die Kosten fĂŒr klimafreundliches Fliegen werden nach EinschĂ€tzung des internationalen Airline-Verbands IATA die Ticketpreise in die Höhe treiben. Steigende Kosten fĂŒr den Ausstoß des Klimagases CO2 schlĂŒgen sich auf die Preise nieder, erklĂ€rte IATA-Chef Willie Walsh am Dienstag in Genf. Eine Branche, die durchschnittlich nur 1 Dollar Gewinn pro Passagier mache, könne diese höheren Kosten nicht auffangen.   

Nach Ansicht von UmweltschĂŒtzern ist es ein nĂŒtzlicher Effekt im Sinne des Klimaschutzes, wenn höhere Ticketpreise die Flugnachfrage dĂ€mpfen. Nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) sind der wichtigste Hebel zum Abbau der CO2-Emissionen der Luftfahrt im Kampf gegen die ErderwĂ€rmung. Nach Ansicht des IATA-Chefs geht die EuropĂ€ische Union (EU) mit der Pflicht, SAF mit zunehmendem Anteil dem fossilen Kerosin beizumischen, den falschen Weg.

Mischung des Treibstoffs

Die EU-Kommission schlug vor, dass die Kerosinhersteller ab 2025 zwei Prozent, ab 2030 fĂŒnf Prozent und ab 2050 dann 63 Prozent SAF dem Treibstoff beimischen mĂŒssen. Das EuropĂ€ische Parlament fordert eine höhere Quote von 85 Prozent 2050. Eine Einigung mit den EU-Mitgliedstaaten ĂŒber das Gesetz steht noch aus.

FĂŒr die Produktion ausreichender Mengen des Kraftstoffes, der noch drei- bis fĂŒnfmal soviel kostet wie Kerosin, ist die Industrie selbst verantwortlich. Dieses Vorgehen nannte Walsh unsinnig. Die USA dagegen arbeiteten effektiver am Aufbau der Produktion, erklĂ€rte er. Die US-Regierung verfolgt das Ziel, bis 2030 mindestens 3 Mrd. Gallonen SAF pro Jahr zu liefern. Bis 2050 soll es genug grĂŒnes Flugbenzin geben, um den gesamten Jahresbedarf von voraussichtlich etwa 35 Mrd. Gallonen zu decken. Die Treibstoffproduzenten bekommen als Anreiz SteuernachlĂ€sse neben staatlichen ZuschĂŒssen von insgesamt 290 Mio. Dollar (274 Mio. Euro).   

Die Luftfahrt wird der Prognose von IATA zufolge im kommenden Jahr die Coronakrise endgĂŒltig hinter sich lassen. FĂŒr 2023 rechnet die International Air Transport Association (IATA) nach drei Verlustjahren mit einem kleinen Nettogewinn aller Airlines von 4,7 Mrd. Dollar. Das wĂ€re eine Rendite von 0,6 Prozent. Das sei zwar ein großartiges Ergebnis angesichts des enormen wirtschaftlichen Schadens durch die ReisebeschrĂ€nkungen wĂ€hrend der Pandemie, erklĂ€rte IATA-Chef Walsh. Die hauchdĂŒnne Marge verdeutliche aber auch, dass die Branche noch viel zu tun habe, um eine solide finanzielle Basis zu erreichen.

Zahl der Passagiere bewegt sich Richtung Vorkrisenniveau

Im Vorkrisenjahr 2019 hatte die Branche 26,4 Mrd. Dollar Gewinn eingefahren, was einer Rendite von 3,1 Prozent entsprach. Im laufenden Jahr erwartet IATA ein Minus von 6,9 Mrd. Dollar und damit einen kleineren Verlust als ursprĂŒnglich prognostiziert. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenĂŒber den Krisenjahren 2020 und 2021, als globale Reiserestriktionen zur Abwehr der Pandemie zu Rekordverlusten von 138 Mrd. und 42 Mrd. Dollar fĂŒhrten.

Die Nachfrage nach FlĂŒgen war nach zwei Jahren Verzicht vieler Verbraucher aufs Reisen stark gestiegenen. Andererseits machten der Branche Streiks, steigende Lohn- und Treibstoffkosten zu schaffen. Personalmangel bremste die rasche Erholung des Luftverkehrs. Im Gesamtjahr 2022 rechnet IATA damit, dass die Zahl der Passagiere weltweit 70 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 erreicht.

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