Wirtschaft
19.10.2017

Airline-Caterer Do&Co dürfte ein Großauftrag davonfliegen

Der Geschäftspartner Turkish Airlines will am neuen Istanbuler Flughafen mit Caterer aus Singapur arbeiten.

Der börsennotierte Wiener Catering-Konzern Do&Co um Attila Dogudan ist am Mittwoch in Turbulenzen geraten. Der Kurs der Aktie sackte am Vormittag um bis zu elf Prozent ab, am Nachmittag betrug das Minus noch 6,7 Prozent. Ursache dieses Kursrutsches waren türkische Medienberichte über die künftige Zusammenarbeit des türkischen Do&Co-Großkunden Turkish Airlines mit dem asiatischen Catering-Mitbewerber SATS auf dem neuen, dritten Istanbuler Flughafen. Sie sollen bereits einen Absichtserklärung unterzeichnet haben. Do&Co soll nicht zum Zug kommen.

Der neue Flughafen, der 35 Kilometer nordwestlich von Istanbul liegt, hat sechs Start- und Landebahnen, soll den Istanbuler Atatürk-Flughafen ablösen und wird Ende Oktober 2018 eröffnet. Mit einer Fläche von 9000 Hektar soll er der größte Flughafen der Welt werden. Kosten: 32 Milliarden Euro.

Schwere Zeiten

Für Do&Co (9655 Mitarbeiter, 913,44 Millionen Euro Umsatz) wäre der Auftragsentgang bitter. So unterhält Dogudans Türkei-Ableger ein Joint Venture mit der türkischen Fluglinie und beliefert deren Passagiere auf neun türkischen Flughäfen mit Essen. Ende März 2017 hat "Turkish Do&Co" eine Verlängerung des Cateringvertrages um zwei Jahre mit der Airline unterzeichnet, mit der Option auf ein drittes Jahr. Seit Jahresbeginn soll Do&Co aber auch mit den Türken über mögliche Aufträge am neuen Flughafen verhandelt haben.

Zugleich hat Dogudan den Standort am zweiten Istanbuler Flughafen " Sabiha Gökçen" erweitert. "Womit auch zukünftig weiteres Wachstum an diesem Standort möglich ist", heißt es im Geschäftsbericht 2016/17. Dieses Jahr war für Do&Co Türkei hart. Einsparungen beim Catering der Turkish und die Abwertung der türkischen Lira führten zu einem Umsatzrückgang von zwölf Prozent. Zuletzt setzte der Wiener Konzern am Bosporus 350 Millionen Euro um.

Der Mitbewerber SATS (Singapore Airport Terminal Services) beschäftigt 13.700 Mitarbeiter in der Passagier- und Gepäckabfertigung, im Bereich Flughafen-Sicherheit und im Catering. SATS setzt rund 1,47 Milliarden Euro um und wird vom früheren HSBC-Banker Alex Hungate gesteuert. Zu den Kunden zählen 51 Airlines auf 47 Flughäfen in 14 Ländern in Asien und Australien; darunter sind: All Nippon Airways ANA, British Airways, China Southern Airlines, Japan Airlines JAL, Korean Air, Nippon Cargo Airlines, Qantas Airways, Royal Brunei Airlines, SilkAir, Singapore Airlines, United Airlines, Vietnam Airlines und Xiamen Airlines. Offenbar will der Flughafen-Dienstleister aus Asien über die Türkei in Europa landen.