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Analyse
03/11/2021

Corona-Krise kostet Österreich 100 Milliarden Euro

365 Tage Ausnahmezustand: Agenda Austria analysiert die Wirtschaftsfolgen der Pandemie zum ersten Jahrestag. Was wirtschaftspolitisch jetzt zu tun wäre.

von Michael Bachner

„Impfen, impfen, impfen! Das wäre das beste Konjunkturprogramm“, sagt Agenda-Austria-Direktor Franz Schellhorn. Nur nach einer Durchimpfung der Bevölkerung sei an einen wirtschaftlichen Aufschwung nach Corona zu denken.

Am 11. März 2020 erklärte die WHO den Covid-19-Ausbruch zur Pandemie. Die Agenda Austria hat zum 1. Jahrestag analysiert, was die Lockdowns und staatlichen Hilfen gekostet haben und noch kosten werden bzw. was jetzt politisch zu tun wäre.

Kernaussage: In den Jahren 2020 und 2021 kostet Corona Österreich 100 Milliarden Euro – also rund ein Viertel des Bruttoinlandprodukts.

Aufaddiert sind zu dieser gigantischen Summe sowohl die staatlichen Hilfen für Private und Firmen als auch Konjunkturbelebungsschritte der Regierung sowie der erlittene Wachstumseinbruch im Vergleich zu den Erwartungen vor Corona.

Weit abgeschlagen

Das Fazit der Agenda-Experten: Von den seinerzeit angepeilten Top 3 oder Top 5 in Europa ist Österreich mittlerweile weit entfernt. Schellhorn: „Das Wachstum wird eher bei Deutschland und darunter liegen.“ Also maximal einen Zweier vor dem Komma erreichen – wenn überhaupt.

Neben der Tempo-Hoffnung beim Impfen regt die Agenda Austria Reformen in den Bereichen Bildung und Digitalisierung an, will eine Rückkehr zur Normalität, was die Kurzarbeit angeht („keine Dauerlösung“), und rät, endlich die Gewerbeordnung zu durchforsten und in Wien die Sonntagsöffnung zu erlauben. Schellhorn: „Wir brauchen Unternehmen, wir brauchen neue Arbeitsplätze. Es können nicht alle Menschen beim Staat beschäftigt werden.“

Für die Gastronomie kann sich die wirtschaftsliberale Denkfabrik Eintrittstests und spätere Sperrstunden vorstellen, damit es sich überhaupt lohnt, aufzusperren. Derzeit gebe es für Wirte de facto mehr Anreize, ihr Lokale zuzulassen, als zu öffnen. Entscheidend werde diesbezüglich die nächste Wintersaison werden. Es müsse bis dahin gelingen, die „Auf-zu-auf-zu-Politik“ zu überwinden und den Betrieben wieder Planungssicherheit zu ermöglichen. „Die Menschen machen beim Lockdown nicht mehr mit. Wie sinnvoll ist es daher, an dieser Strategie weiter festzuhalten?“, fragt sich Schellhorn.

Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO hat neuerlich eine wenig erbauliche Analyse vorgelegt. Zwar erhole sich die Industrie und mit ihr der Export, aber Handel, Tourismus, Dienstleistungen eben noch nicht. In den ersten fünf Wochen des Jahres war das BIP in Österreich laut WIFO um rund 12,5 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. m. bachner

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