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© APA/dpa/Daniel Bockwoldt

Wirtschaft
04/11/2019

Abgefahren: Österreicher stürmen Fahrradgeschäfte

In Österreich wurden 2018 so viele Fahrräder wie seit zehn Jahren nicht mehr verkauft.

von Thomas Pressberger

In Österreich wurden 2018 rund 457.000 Fahrräder verkauft. Das ist ein Plus von 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit eine rekordhafte Entwicklung, denn so einen großen Zuwachs gab es seit zehn Jahren nicht, meldet der Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ).

Ein wesentlicher Grund für die starken Verkaufszahlen ist der Siegeszug der E-Fahrräder, die mittlerweile in der breiten Bevölkerungsschicht angekommen sind. Seit 2012 gibt es eine kontinuierliche Steigerung der Verkaufszahlen. 2017 waren bereits 29,1 Prozent der verkauften Fahrräder in Österreich E-Bikes, 2018 waren es 33 Prozent. Vergangenes Jahr wurden insgesamt 150.000 E-Bikes verkauft - das bedeutet, dass jedes dritte neu verkaufte Fahrrad ein E-Bike ist.

„Was die Gesamtverkaufszahlen betrifft sind wir auf einem sehr hohen und stabilen Niveau angekommen. Die E-Bikes haben ihren Zenit aber noch nicht erreicht“, sagt Gernot Kellermayr, Präsident des VSSÖ. In den nächsten Jahren sei ein Anteil von 50 Prozent der E-Fahrräder am österreichischen Gesamtfahrradmarkt durchaus vorstellbar.

Mittlerweile werden sämtliche Fahrradtypen – ob Citybikes, Kinderräder, Mountainbikes, Lastenräder oder Falträder – elektrisch. Am stärksten verkauften sich 2018 die motorbetriebenen Stadträder, die die E-Mountainbikes mengenmäßig überholt haben.

Mit dieser Entwicklung geht auch der steigende Durchschnittspreis der verkauften Räder einher. Dieser lag 2018 bei 1.265 Euro, ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Durchschnittspreis bei den E-Bikes lag bei 2.698 Euro.

Der Gesamtumsatz des heimischen Sport- und Fahrradfachhandels mit Fahrrädern liegt bei knapp 580 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gesamtumsatz mit Sportartikeln in Österreich lag 2018 bei etwa 2,67 Milliarden Euro. Der Anteil der Fahrradbranche daran liegt damit erstmals bei mehr als 20 Prozent.

Mäßiger Anteil im Verkehr

Trotz dieser guten Werte liegt der Anteil von Fahrrädern im Verkehr in Österreich mit nur acht Prozent im europäischen Mittelfeld. Deshalb werden laufend neue Zielgruppen für Fahrradindustrie und Fahrradhandel erschlossen.

Ein Beispiel liefert dafür das Projekt der Österreichischen Energieagentur, der Mobilitätszentrale Burgenland und dem VSSÖ. Dabei tauschen Burgenländer für zwei Wochen ihr Auto gegen ein E-Bike ein. Ziel ist es, die Bereitschaft von Pendlern auf ein E-Bike umzusteigen, zu erhöhen.

Transport und Tourismus

Laut Prognosen wird das E-Bike einen immer breiteren Einsatzbereich einnehmen. Beispielsweise hat das E-Lastenfahrrad das Potenzial Autotransporte zu ersetzen. Das ist vor allem für Unternehmen in urbanen Bereichen interessant und würde die Umweltbelastung reduzieren.

Auch im Tourismus wird das E-Bike immer wichtiger: Neue Vermarktungsmodelle und Regionsentwicklungsstrategien integrieren das Rad als Schwerpunktthema. Phänomene wie Bike & Hike und Bikesharing sollen das Mobilitätsverhalten bedeutend weiterentwickeln.

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