Wirtschaft
04.07.2018

Ab Freitag erhebt China Gegenzölle: Droht Handelskrieg?

China holt zum Vergeltungsschlag gegen die USA aus und antwortet mit gleichen Mitteln.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China droht sich zu einem Handelskrieg zu entwickeln. Nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, ab kommenden Freitag auf Einfuhren aus China im Wert von 34 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro) Zölle einzuheben, kontert China mit gleichen Mitteln. Die Volksrepublik will US-Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar mit Zöllen belegen.

Die EU ist um Beruhigung bemüht. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel betonte am Mittwoch im Bundestag: „Es lohnt sich alle Mühe, diesen Konflikt – damit er nicht zu einem Handelskrieg wird – zu versuchen zu entschärfen.“ Sie verwies dabei auch auf eine anstehende Reise von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in die USA zur Lösung des Streits. Das gute Funktionieren der Weltwirtschaft basiere auf guter Zusammenarbeit. Die USA drohen Europa hingegen nach den bereits eingeführten Zöllen auf Stahl und Aluminium mit Zöllen auf Auto-Importe.

Oettinger rechnet mit Handelskrieg

"Es kommt zu einem Handelskrieg", sagte hingegen der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger. Europa müsse seinen Binnenmarkt ausbauen und in internationalen Gremien mit einer Stimme sprechen, um mehr Gewicht zu haben. "Europa muss weltpolitikfähig werden. Das sind wir noch lange nicht", sagte Oettinger.  Im Weltwährungsfonds etwa hätten die USA ein Vetorecht, die Europäer aber nicht, weil die EU-Staaten ihre Stimmrechte nicht bündelten

 

China sucht Verbündete

Die Führung in Peking drängt die EU indes zum Schulterschluss gegen die protektionistische Linie Trumps. China übe Druck auf die EU aus, beim chinesisch-europäischen Gipfel am 16. und 17. Juli eine starke gemeinsame Erklärung zu verabschieden, sagen mehrere EU-Vertreter. Vorgeschlagen wurde eine Allianz zwischen beiden Seiten und eine gemeinsame Erklärung gegen die USA bei der Welthandelsorganisation WTO. Allerdings sperre sich die EU dagegen.

Börsen leiden

Die Verschärfung im Handelsstreit wird indes zu einer Belastung für die Welt-Konjunktur und die Börsen. An den Finanzmärkten herrscht zunehmend Nervosität. Auch die chinesische Börse leidet unter den schlechten Aussichten. Und die Landeswährung Yuan wertet seit Wochen ab.