Wirtschaft
17.10.2017

A1-Chefin Margarete Schramböck verlässt die Telekom Austria

Die Tiroler Top-Managerin übernahm im Juni 2016 die Leitung der A1. Nun geht sie nach Streitigkeiten mit Konzernchef Plater.

Margarete Schramböck verlässt mit Wirkung ab 16.10.2017 die Telekom Austria. Die Top-Managerin hat im Juni 2016 das Ruder der A1, das Herzstück und die Österreich-Tochter der Telekom Austria, übernommen. Zuvor führte Telekom Austria Group-Vorstandsvorsitzender Alejandro Plater diesen Teil des Unternehmens interimistisch.

Allerdings soll die Chemie zwischen der engagierten und ehrgeizigen Schramböck und Plater, dem argentinischen Chef der Telekom-Holding und Statthalter des mexikanischen Mehrheitseigentümers America Movil, von Beginn an nicht gestimmt haben. Der KURIER berichtete mehrmals ausführlich über den Dauerkonflikt bei der teilstaatlichen Telekom Austria und den bevorstehenden Abgang von Schramböck ("A1-Chefin vor dem Abgang?").

Aufsichtsratsvorsitzender Plater teilte heute mit: "Margarete Schramböck hat wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen und gemeinsam mit mir und dem Leadership Team die Basis für die weiteren Schritte der Transformation des Konzerns gelegt. Mit ihrem Wissen über Digitalisierung und ihren Management Skills war sie ein wichtiges Mitglied des Leadership Teams. Wir bedanken uns und wünschen ihr alles Gute für die Zukunft." Schramböck scheide einvernehmlich aus. Tatsächlich hatte Schramböck, die in der Branche und bei den Telekom-Kunden als Top-Managerin gilt, genug von den ständigen Auseinandersetzungen und beschloss, das Unternehmen zu verlassen.

Vor rund einem Monat erklärte Telekom-Aufsichtsratspräsident Wolfgang Ruttenstorfer, sollte der Konflikt unüberbrückbar sein, müssten Maßnahmen gesetzt werden.

Nachfolger noch nicht fix

Bis zur Bestellung einer Nachfolgerin bzw. eines Nachfolgers übernimmt A1 Telekom Austria AG CTO Marcus Grausam zusätzlich interimistisch die bisherigen Agenden von Margarete Schramböck. Der Techniker gilt als einer der Top-Kandidaten für die Nachfolge von Schramböck.

Werdegang

Die 1970 in St. Johann in Tirol geborene Schramböck steht dem Unternehmen seit Mai 2016 vor und hat an sich noch einen Vertrag bis 2021. 1997 promovierte sie mit einer Dissertation über Unternehmensberatung an der WU Wien, diese sie heuer auch zur WU-Managerin des Jahres gekürt hat. Bevor sie den Posten als A1-Managerin übernahm, leitete Schramböck unter anderem NextiraOne Österreich und Deutschland und später als Managing Director von Dimension Data Austria.

Umbau im Konzern

Die börsenotierte Telekom Austria Group will die gesamte Gruppe auf die Marke "A1" umstellen. Dadurch müssen lokale Markenwerte, die sich per Ende 2016 auf 350 Mio. Euro belaufen haben, abgeschrieben werden. Dies werde das Nettoergebnis für 2017, 2018 und 2019 drücken, der Löwenanteil werde für das 4. Quartal 2017 und das 1. Quartal 2018 erwartet. Das Rebranding soll je nach lokalen Marktgegebenheiten schrittweise erfolgen.