Die Karma Werte GmbH fertigt Photovoltaik-Anlagen.

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Energie
09/26/2016

2050 kann Strombedarf zur Hälfte von Bürgern gedeckt werden

Die große Anzahl an Stromerzeugern würde auch die Sicherung der Netzstabilität verbessern.

Für EU-Bürger gibt es großes Potenzial, gut die Hälfte des Strombedarfs künftig selbst zu produzieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Umweltorganisationen am Montag präsentierten. Demnach könnten bis 2050 sieben von neun Österreichern zu "Energiebürgern" werden und 37 Terawattstunden (TWh) Strom produzieren, das wäre mehr als die Hälfte des derzeitigen Inlandsstromverbrauchs von 61 TWh

"In Zukunft wird Energie nicht mehr nur von großen Energiekonzernen produziert werden, sondern von einer Vielzahl an AkteurInnen", so Johannes Wahlmüller von Global 2000. Eine Energiewende würde nicht ohne Bürger auskommen. Dafür müsse die Bundesregierung geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

Genossenschaften, Kleinunternehmer und Private

Europaweit könnten 45 Prozent der benötigten Elektrizität von privaten Anlagen von Bürgern stammen, im Jahr 2030 könnten die EU-Bewohner 611 TWh an Strom liefern. 20 Jahre später könnten es schon 1.557 TWh sein. Mehr als ein Drittel des Stroms könnte laut der Studie über Gemeinschaftsprojekte wie Genossenschaften geliefert werden, 39 Prozent von Kleinunternehmen stammen. Private Haushalte könnten gut ein Viertel des Stroms beisteuern.

"Die Ergebnisse machen das gewaltige Potenzial erst bewusst, das auf den Dächern unserer Gebäude und in Beteiligungsmodellen mit lokalen Initiativen steckt", finden Wahlmüller und Herwig Schuster von Greenpeace.

Stromnetz wäre dann auch stabiler

Die große Anzahl an Stromerzeugern würde auch die Sicherung der Netzstabilität verbessern. "So können etwa lokale Batteriespeichersysteme, E-Mobilität oder smarte Warmwasserboiler, überschüssige Energie aufnehmen und sie dann abgeben, wenn Mangel herrscht", so die Organisationen. So wäre bis 2030 europaweit ein Energiespeicher von 1.494 GWh denkbar, bis 2050 könnten 10.490 GWh an Elektrizität gespeichert werden. "Zum Vergleich: Alle Pumpspeicher in Österreich zusammen verbrauchten im Jahr 2015 etwa 5.051 GWh", machten die Umweltschützer fest.

Die Studie von CE-Delft untersuchte, wer in Zukunft die Energiequellen für die Energiewende in Europa zur Verfügung stellen wird.

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