Das passiert, wenn Sie jeden Tag Backhendl essen

Das Backhendl ist seit dem 18. Jahrhundert eine Spezialität der Wiener Küche.
Täglich frittiertes Hühnerfleisch zu essen erhöht Forschern zufolge das Risiko eines verfrühten Todes.

Laut einer Studie aus den USA steht der tägliche Konsum von frittiertem Huhn mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko in Zusammenhang.

Im Zuge der in der Fachzeitschrift BMJ veröffentlichten Erhebung wurden zwischen 1993 und 1998 die Ernährungsgewohnheiten von fast 107.000 US-Amerikanerinnen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren untersucht. Die Teilnehmerinnen wurden im Schnitt 18 Jahre lang begleitet.

Frauen, die einmal oder mehrmals pro Tag Backhendl aßen, wiesen ein um 13 Prozent erhöhtes Risiko eines verfrühten Todes auf – im Vergleich zu Frauen, die kein frittiertes Essen zu sich nahmen. Frauen, die täglich eine Portion frittierten Fisch zu sich nahmen, sahen sich mit einem um sieben Prozent erhöhten Risiko eines verfrühten Todes konfrontiert.

Andere Faktoren, die die Mortalität beeinflussen können, etwa Bildung, Einkommen, Rauchen und allgemeine Ernährungsvorlieben, wurden in der Auswertung berücksichtigt.

Gesunde Konsumbeschränkung

Die Autoren rund um Studienleiter Wei Bao von der Universität von Iowa betonen, dass eine Konsumbeschränkung von frittierten Lebensmitteln, insbesondere von gebratenem Huhn und Fisch, für die Gesundheit von Vorteil sei.

"Wir wissen, dass der Verzehr von frittierten Lebensmitteln in den USA und in der ganzen Welt sehr verbreitet ist. Leider wissen wir sehr wenig über dessen langfristige gesundheitliche Auswirkungen", erklärte Epidemiologe Bao. Er ist überzeugt, dass die Studie auch auf US-amerikanische Männer umgelegt werden kann.

Wegweiser

Die Beobachtungsstudie sei die erste in den Vereinigten Staaten, die den Zusammenhang zwischen dem Verbrauch von frittierten Lebensmitteln und der Sterblichkeit untersucht. Bisherige Forschungen hätten jedoch bereits Zusammenhänge zwischen einem erhöhten Konsum von frittierten Lebensmitteln und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen gezeigt.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 ergab etwa, dass bei Menschen, die zwei oder mehrmals pro Woche Bratkartoffeln essen, das Risiko eines frühen Todes doppelt so hoch sind wie bei jenen, die diese Speisen meiden.

Der Anstieg des Risikos könne der Studie zufolge auf diverse Gründe zurückgeführt werden. Eine Möglichkeit sei der hohe Natriumgehalt frittierter Lebensmittel. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Studie nicht feststellen konnte, mit welchen Ölen und mit welcher Temperatur die verzehrten Lebensmittel zubereitet wurden. Auch diese Faktoren könnten den Zusammenhang beeinflussen.

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