Kaugummiautomaten in Wien: Zwischen Nostalgie und Alltag
Sie hängen unscheinbar an Hauswänden, verstecken sich in Gasträumen oder stehen an Straßenecken: Kaugummiautomaten gehören seit Jahrzehnten zum Wiener Stadtbild.
Ein Dreh, ein Klicken - und schon kullert eine bunte Kugel in die Hand. Für viele ist es ein Stück Kindheit. Doch hinter den kleinen Metallkästen verbirgt sich eine überraschend lange Geschichte und ein Geschäftsmodell, das bis heute weiterlebt.
Die Geschichte der Warenautomaten in Österreich beginnt nicht etwa mit Süßigkeiten, sondern mit einem Tabu: Kondomen.
„Automatenpionier“ Ferry Ebert hat die Automatenwirtschaft in Österreich maßgeblich geprägt. Seine Kondomautomaten hingen in ganz Österreich in WC-Anlagen und Gasthäusern. Später erweiterte er das Angebot auf Süßigkeiten - unter anderem auf PEZ, Haribo und Kaugummis.
Mit der Einführung des Euro kam für ihn aber das Aus: Die Umrüstung der alten Geräte wäre zu teuer gewesen. Viele Automaten verschwanden aus dem Straßenbild, das Geschäft schrumpfte.
Die Branche hat sich verändert, doch das Prinzip bleibt gleich: niedriger Preis, spontane Freude. Heute gibt es nur noch wenige Betreiber, die Kaugummiautomaten befüllen, dennoch scheint sich das Geschäft weiterhin zu lohnen, wenn auch auf kleinerer Flamme als früher.
Kommentare