Diebe lauern vorm Zuhause auf: So erkennt man Einbrecher-Zeichen
Ehemalige Einbrecher wurden in einer neuen Studie befragt, welche Gebäudeform ihnen am meisten zusagt.
Diebe haben Hochsaison: Während zahlreiche Österreicher am Strand entspannen, schlagen Kriminelle in ihren leeren Wohnungen zu. Diese operieren oft als Bande und kommunizieren mithilfe mysteriöser Zeichen, sogenannten Gaunerzinken. Das sind die wichtigsten Zeichen, die man kennen sollte.
Was sind Gaunerzinken?
Sie wirken harmlos, doch hinter diesen scheinbar zufälligen Spuren steckt ein ausgeklügeltes System: Gaunerzinken. Seit dem Mittelalter nutzen Kriminelle diese Zeichen, um sich gegenseitig über lohnenswerte Ziele und ihre Opfer zu informieren. Sie werden meist mit Kreide, Kohle oder einem Messer an Hauswände, Türzargen, Mülltonnen, Postkästen, Klingelschilder und Gartenhäuser angebracht. Manchmal muss man jedoch genauer hinsehen, denn auch Zahnstocher im Rollladen, Steine in Papier oder Blätter in der Türdichtung können geheime Zeichen sein.
Warum nutzen Einbrecher diese Zeichen?
Es handelt sich dabei um ein geheimes Kommunikationssystem. Konkret möchten Einbrecher ihren Bandenmitgliedern beispielsweise folgende Hinweise geben:
- Wer war schon da?
- Wo ist Vorsicht geboten?
- Wo ist der Einstieg einfach?
- Gibt es hier Wertgegenstände, Bargeld oder Schmuck?
- Wann ist niemand zu Hause?
- Sind die Bewohner gerade im Urlaub?
- Wer wohnt hier?
- Sind ältere oder wehrlose Menschen im Haus?
- Hat das Haus eine Alarmanlage oder Kameras?
- Gibt es bissige Hunde?
- Ist das Fluchtumfeld günstig?
Zeichen erkennen: Einbruch verhindern
Auf all jene Fragen gibt es bereits einheitliche Zeichen, die dabei helfen sollen, einen Einbruch möglichst erfolgreich über die Bühne zu bringen. Wer die Zeichen frühzeitig erkennt, kann möglicherweise Schlimmeres verhindern.
- Drei schräge Striche → Hier wurde bereits eingebrochen
- Gezackte Linie → Vorsicht, hier gibt es einen bissigen Hund
- Kreis mit Kreuz → Polizei im Haus oder starke Sicherheitsmaßnahmen
- Kreuz auf einem Hügel → Alleinstehende Frau lebt hier
- Mondsichel → Abends ist die beste Gelegenheit zum Einbrechen
- Pfeil in einem Halbkreis → Gute Bedingungen für einen Einbruch
- Plus-Zeichen → Trickbetrug könnte funktionieren („fromm stellen lohnt sich“)
- Umgedrehtes „T“ → Alleinstehende Person lebt hier
- Waagerechte Linie mit drei senkrechten Strichen → Einbruch lohnt sich besonders
- Einfacher waagerechter Strich → Hier gibt es nichts zu holen
- Zwei senkrechte Linien auf waagerechter Linie → Ältere Menschen wohnen hier
- Zwei waagerechte Linien mit drei senkrechten → Hier gibt es Bargeld
- „X“ → Betteln oder Ansprechen verboten
- Zwei Pfeile im Kreis → Gefahr! Schnell verschwinden
- Fünf kleine Kreise → Sehr wohlhabende Bewohner, lohnendes Ziel
- Wellenlinie → Hier wohnen eher arme Leute
- Plus-Zeichen im Kreis → Religiöse Bewohner, oft freundlich oder hilfsbereit
Gaunerzinken: Das sind die wichtigsten Zeichen der Einbrecher.
Gaunerzinken: Das sind die wichtigsten Zeichen der Einbrecher.
Was tun, wenn man einen Zinken entdeckt?
Wenn man einen Gaunerzinken entdeckt, lohnt es sich schnell zu handeln.
- Nicht sofort entfernen! Erst sollte man die Zeichen und die Umgebung fotografieren. Sie dienen als wichtige Beweise und bilden Grundlage für Einschätzungen der Polizei.
- Polizei informieren: Jährlich gehen hunderte Hinweise zu Gaunerzinken bei Polizeidienststellen ein, viele Einbrüche konnten so verhindert werden. Meist fährt in der betroffenen Straße oder Nachbarschaft die Polizei vermehrt Streife.
- Nachbarn warnen: Die Entdeckung sollte der Nachbarschaft mitgeteilt werden. Nachbarschafts-Apps wie fragnebenan.com können dabei helfen.
- Zinken entfernen: Nach dem Dokumentieren sollten die Zeichen sofort entfernt werden.
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