Kein Arzttermin: 65-Jähriger zieht sich Zahn selbst mit Hantel
Weil er keinen Zahnarzttermin bekam, zog sich ein Schotte (65) selbst einen Zahn mithilfe einer Hantel. Die virale Geschichte wirft Fragen zur medizinischen Versorgung auf. (Symbolbild)
Ein 65-jähriger Schotte griff zu drastischen Maßnahmen, weil er nach eigener Aussage auf einen Termin beim Zahnarzt über den staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) wochenlang hätte warten müssen. Mithilfe von Gewichten zog er sich selbst einen Zahn, der ihm "unerträgliche Schmerzen" bereitete. Seine Geschichte verbreitete sich rasch in den sozialen Medien.
Kein schneller Zahnarzttermin verfügbar
James Stewart aus Glasgow erklärte, dass sein bisheriger Zahnarzt in eine Privatpraxis gewechselt sei. "Ich hätte mich bei einem neuen Zahnarzt anmelden müssen und so lange konnte ich nicht warten. Ich ging davon aus, dass es Wochen dauern würde, also beschloss ich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen", zitiert ihn The Sun unter Berufung auf Creatorzine, eine Medienplattform von Jam Press. Seine Schmerzen seien "unerträglich" gewesen.
Eine private Behandlung konnte sich der Vater eines Kindes nicht leisten und seine Ersparnisse hatte er nach eigenen Angaben für seinen verstorbenen Hund verwendet: "Mit dem gesparten Geld habe ich seine Beerdigung finanziert."
Nach unerträglichen Schmerzen: Mann zog sich Zahn selbst
In seiner Verzweiflung griff der 65-Jährige zu drastischen Mitteln: Mit einer Hantel und etwas Wodka versuchte er, das Problem selbst zu lösen. Er wickelte eine Schnur um den schmerzenden Backenzahn und befestigte das andere Ende am Gewicht. Anschließend stellte er sich samt Hantel auf einen Stuhl und ließ diese auf einen weichen Sessel fallen. Unverzüglich griff er sich vor Schmerz und Schock ins Gesicht. Der Zahn wurde wie erhofft vollständig herausgezogen.
"Zwei Sekunden Schmerz, dann Erleichterung. Keine Qualen mehr", resümierte er. Anschließend spülte er den Mund mit hochprozentigem Alkohol, um die Wunde zu "desinfizieren".
Er filmte die Aktion und veröffentlichte das Video im Netz, wo es sich rasant verbreitete. Zugleich warnte der Schotte ausdrücklich davor, es ihm gleichzutun. Die Entscheidung sei aus finanzieller Not und starken Schmerzen entstanden.
Versorgungslücken im Gesundheitssystem
Der Fall von James Stewart macht auf die Versorgungslücken im Gesundheitssystem aufmerksam. Wie The Mirror berichtet, nehmen laut Statistiken rund neun von zehn NHS-Praxen keine neuen Patienten mehr auf. Millionen Menschen haben dadurch Schwierigkeiten, Zugang zur zahnärztlichen Versorgung des National Health Service, dem staatlichen Gesundheitssystem im Vereinigten Königreich, zu erhalten.
Von derart drastischen Selbstbehandlungen raten Experten jedoch dringend ab, da sie nicht nur äußerst schmerzhaft sind, sondern auch erhebliche Risiken für Kieferverletzungen und Infektionen bergen.
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