Aufmarsch im Spiele-Zentrum.

© Reuters/BRIAN SNYDER

Sicher ist sicher
02/04/2014

Überwachungskameras, Scanner und Soldaten

Seit den Anschlägen von Wolgograd herrscht rund um Sotschi höchste Alarmstufe.

Da soll noch irgendeiner behaupten, in Sotschi werde kein Wert auf den Umweltschutz gelegt. Und wie bei diesen Olympischen Spielen auf die Umwelt geachtet wird. Zugegeben, die Natur hat in den letzten Jahren augenscheinlich unter dem russischen Größenwahn leiden müssen, aber auf den zweiten Blick sind die Spiele von Sotschi so grün, dass man vor lauter Sicherheitsleuten in Tarnuniform beinahe den Wald nicht mehr sieht.

Der Weg vom Flughafen Adler nach Krasnaja Poljana ist gesäumt von Militär-Stellungen. In den Wäldern im Tal der Mzymta haben sich während Olympia Tausende Soldaten verschanzt. Sie verbringen die Winterspiele in Zelten und unter kleinen Planen und haben sich große Mühe gemacht, ihre Behausungen professionell zu tarnen – ein Umwelt-Schutz der etwas anderen Art.

Die Polizisten treten dafür umso mehr in Erscheinung. Am Ufer der Mzymta hat alle hundert Meter einer von ihnen Position bezogen, wobei dabei nicht immer klar wird, was oder wen die vielen Sicherheitskräfte da tatsächlich beschützen.

Kontrollwahn

Die richtig strengen Kontrollen finden an den neuralgischen Punkten statt. Wer zwischen Krasnaja Poljana und Sotschi einen Bahnhof betreten will, muss durch eine Sicherheitsschleuse; in den Zügen patrouillieren Polizisten. Und jeder, der vor Ort einen olympischen Wettkampf verfolgt, muss zumindest einmal durch den Scanner – auch den Athleten bleibt dieses Procedere nicht erspart.

Ähnlich penibel wird in den großen Hotels kontrolliert. Beim Eingang wartet nicht der Portier, sondern ein Sicherheitsmann mit Metalldetektor, Scanner haben die Hotelpforten ersetzt. In der Region wurden in den letzten Monaten 5500 Überwachungskameras installiert.

Insgesamt machen weit mehr als 60.000 Uniformierte die Schwarzmeerregion zu einer Hochsicherheitszone mit Totalüberwachung. Kremlchef Wladimir Putin, der selbst einst den Inlandsgeheimdienst FSB führte, will in Sachen Sicherheit nichts dem Zufall überlassen, seit der Islamisten-Führer Doku Umarow mit Anschlägen drohte. Er wolle Olympia mit "allen Mitteln, die Allah erlaubt" verhindern.

Krisenregion

Verstärkt wurde die Angst durch die Terroranschläge in Wolgograd Ende Dezember. Mehr als 30 Menschen starben, die Selbstmordattentäter haben auch Sotschi im Blick. Die Männer stammten vermutlich aus der russischen Teilrepublik Dagestan. Das islamistisch geprägte Konfliktgebiet im Nordkaukasus liegt nicht weit von Sotschi entfernt.

Angesichts der Drohungen entsandte das US-Pentagon zwei Kriegsschiffe vor die Küste von Sotschi. Der russische Geheimdienst FSB will mit dem technischen System SORM nicht nur Mobilfunktelefonate und eMails überwachen, sondern auch Chatrooms im Internet.

Eine kleine Auswahl jener Zelte, die entlang der Bahnlinie von Adler hinauf in den Mountain Cluster um Krasnaja Poljana stehen:

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