Anna Gasser musste sich mit Platz zehn begnügen.

© APA/HELMUT FOHRINGER

Snowboard
02/09/2014

Keine Medaille für Anna Gasser

Die 22-jährige Kärntnerin wird im Slopestyle-Finale nur Zehnte.

von Christina Pertl

So hatte sich Anna Gasser ihre Olympiapremiere nicht vorgestellt. Mit wilden Sprüngen, akrobatischen Drehungen und sicheren Landungen hatte die Slopestylerin aus Kärnten auftrumpfen wollen. Eine Medaille war in Reichweite. Nach der dominanten Bestleistung in der Qualifikation schien es nicht einmal vermessen, von einer goldenen zu träumen.

Und dann das. Die Zuschauer im Zielraum beobachteten die 22-Jährige nicht dabei, wie sie durch den Parcours fegte, sondern sahen auf der Videowall, wie sie versuchte, den eisigen Hügel zum Start wieder hochzuklettern. Die unfreiwillige Show-Einlage scheiterte trotz des aufmunternden Applauses des Publikums und der Hilfe der Betreuer. Sie musste zu Fuß wieder zum Start hinauflaufen.

Die Jagd nach der Medaille verlief nicht nach Wunsch – Gasser wurde nach zwei verpatzten Läufen Zehnte. „Ein bisschen enttäuscht bin ich schon“, sagte die einzige Österreicherin bei der Premiere im Slopestyle. „Aber ich bin auch erleichtert, dass es vorbei ist.“ Den Sieg holte sich die Amerikanerin Jamie Anderson mit dem fast perfekten Score von 95,25.

Start-Hoppala

Die Enttäuschung ob des verkorksten Tages war Anna Gasser noch ins blasse Gesicht geschrieben. Und dennoch konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie über ihr Start-Hoppala sprach. „Mir wurde gezeigt, dass ich los kann“, erklärte sie. „Dass ich dann wieder aufgehalten wurde, war sicher nicht gut. Ein bisschen war die Konzentration weg, aber ich will dem nicht die Schuld geben.“

Schuld war vielmehr der zweite Kicker. In beiden Läufen verpatzte Gasser die Landung und musste danach auf den letzten großen Sprung verzichten. „Der Plan war, dass ich zuerst einen Sicherheitslauf mache. Das hätte von den Tricks her genügt, um eine Medaille zu machen“, erklärte sie. Im zweiten Lauf hätte sie dann ihren Super-Trick auspacken wollen. Doch da war der Plan bereits gescheitert.

Dabei waren die Vorzeichen gut gewesen. Ihre männlichen Teamkollegen waren gekommen, um sie anzufeuern. Der ganz persönliche Fanklub hatte auf der Tribüne Platz genommen, mit einem „Anna – Go for Gold“-Plakat bewaffnet. Und auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum war nach dem Abfahrtserfolg von Matthias Mayer schnell in den Extrem-Park von Rosa Chutor gekommen, um die nächste rot-weiß-rote Medaille nicht zu verpassen. „Schade, dass es nicht geklappt hat“, blieb ihm dann nur noch zu sagen.

Versöhnliches Ende

Gasser selbst fand schnell auch positive Worte: „Es hat Spaß gemacht, auf das werde ich lange zurückschauen.“ Auch der Olympiasiegerin Anderson konnte sie nur gratulieren: „Das ist verdient, Jamie gewinnt seit vier Jahren fast jeden Contest.“ Wehmut kam dann aber doch durch: „Ich habe gehofft, dass ich sie ein bisschen herausfordern kann – das nächste Mal dann vielleicht.“

Auch im Kampf um das Olympia-Hoppala hat Anna Gasser Konkurrenz. Schließlich ist da noch Alpo Suhonen im Rennen, der Sportdirektor des österreichischen Eishockeyverbandes, der bei der Eröffnung ausrutschte und sagte: „So einen Sturz haben auch schon andere Finnen hingelegt. Sie haben danach Großartiges erreicht, das kann nur ein gutes Omen sein.“ Und natürlich war da noch Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew, der während der feierlichen Zeremonie ein Schläfchen hielt. Eine schwere Entscheidung also.

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