Alles nur nicht Letzter werden. Das neue olympische Motto der Paradiesvögel bei Winterspielen.

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Olympia-Teilnehmer
02/12/2014

Olympische Ausnahme-Exoten 2014

Sommer, Sonne, Schnee: Für Exoten aus Urlaubsparadiesen haben Winterspiele einen besonderen Reiz.

Kurioser geht's wohl kaum. Ein 26-Jähriger Informatikstudent namens Bruno Banani bei Winterspielen. Er stammt aus dem Königreich Tonga, eine Insel im Südpazifik nord-östlich von Australien. Von Schnee haben die 100.000 Bewohner noch nie etwas gesehen. Bis auf die Prinzessin Salote Mafile'o Pilolevu Tuita, Tochter des Königs von Tonga, die für einen Ski-Urlaub mit ihrem Vater nach St. Moritz reiste.

Rodel-Casting

Daraufhin veranstaltete sie 2008 ein Casting, um einen Rodler aus dem Königreich Tonga zu den Olympischen Winterspielen zu schicken. Dass Fuahea Semi seinen Namen in Bruno Banani änderte, sei wohl reiner Zufall gewesen, so betonte es zumindest das Königshaus Tonga immer wieder.

Bruno Banani versuchte sein Glück schon in Vancouver 2010, wo er in der Qualifikation stürzte. Bei der WM 2011 erreichte er den vorletzten Platz. In Sotschi wurde er immerhin 32. von 39 Startern.

Virtuosin schnallt sich Ski an

Vanessa-Mae Vanakorn Nicholson, kurz Vanessa Mae, ist vor allem für ihr virtuoses Geigenspiel bekannt, womit sie Millionen verdient. Vor drei Jahren kündigte sie an, dass sie im Riesenslalom und Slalom in Sotschi teilnehmen will.

Die 35-jährige Thailänderin, die auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt, konnte sich für das Großereignis qualifizieren.

Hohenlohe bleibt Olympia erhalten

Prinz Hubertus von Hohenlohe will mit bereits 55 Jahren erneut an olympischen Winterspielen für Mexiko teilnehmen. Für den Slalombewerb ist er schon zugelassen. „Ich will unter den drei best-gekleideten Teilnehmern landen, das ist die Medaille, die ich so dringend brauche“, sagte er zu NBC. Er ließ extra für die Spiele einen Rennanzug entwickeln, der mexikanischen Mariachi-Musikern nachempfinden soll.

„Cool Runnings“-Erbe erneut am Start

Winston Watts und Marvin Davids heißen Jamaikas Männer für das Bob-Team in Sotschi. Seit 2008 ist Jamaika regelmäßig bei olympischen Winterspielen dabei und erweckt so den Film "Cool Runnings" zum Leben. Wenn die Karibik-Insel den respektablen 14. Platz von Albertville 1992 wiederholen oder sogar überbieten kann, wäre dies ein Riesenerfolg.

Zweite Winterspiele für Microsoft-Milliardär

Der Peruaner Roberto Carcelen arbeitet Seite an Seite mit Bill Gates für Microsoft. Doch für Sotschi tauscht er seinen Computer ein zweites Mal nach Vancouver 2010 für Langlaufskier ein. Mit dem olympischen Motto „Dabei sein ist alles“ werden die Spiele in Russland seine letzten sein.

Flip-Flops statt Skischuhe

Der einzige Starter der Cayman-Inseln, Dow Travers, verzichtete bei den warmen Temperaturen in Sotschi gleich ganz auf Winterjacke und Haube.

"Bei der Eröffnungsfeier sollte man sein Land vertreten, und mir würde nichts Authentischeres einfallen als Shorts und Flip-Flops. Es wurde wirklich gut aufgenommen, und wir hatten Spaß", sagte der Skirennfahrer zur ungewöhnlichen Kleiderkombination.

Sportliche Überraschungen sind nicht zu erwarten, der höchste Berg der karibischen Steueroase misst 43 Meter. Travers ist im Slalom und Riesentorlauf dabei und hat seine Olympia-Vorbereitung unter anderem im Rugby-Nationalteam der Cayman-Inseln bestritten. Bei den Vancouver-Spielen 2010 war der inzwischen 26-Jährige der erste Winter-Olympia-Teilnehmer überhaupt, der für den Inselstaat an den Start ging.

Paradiesvögel versuchen sich im Langlaufen

Viele Exoten tummeln sich in vergleichsweise leicht zu erlernenden und weniger teuren Disziplinen wie Skilanglauf, so zum Beispiel Farzaneh Rezasoltani aus dem Iran. Ihr größtes Ziel am Donnerstag über 10 Kilometer klassisch ist wie für so viele Exoten, nicht auf dem letzten Platz zu landen. Unvergessen ist ihr Disziplin-Kollege aus Kenia, Philip Kimley Boit. Er war bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano auf Platz 92 der schlechteste Teilnehmer.

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