ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel nach seiner Ankunft in Sotschi.

© Reuters/SHAMIL ZHUMATOV

Drohbrief
02/04/2014

Mennel: "Nehmen das sehr ernst"

ÖOC-Generalsekretär: "Es war ein Brief in einem unverschlossenen Kuvert bei uns im Briefkasten."

Nach dem Drohbrief, den das ÖOC am Montag erhalten hat, äußerte sich ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel nach seiner Ankunft in Sotschi gegenüber der APA.

Es sind heute sehr unerfreuliche Nachrichten bekannt geworden. Hat es große Unruhe im Flugzeug gegeben oder wie stellt sich die Situation dar?
Peter Mennel: Es gab im Flugzeug keine Unruhe, das muss ich bestreiten. Ich habe vor dem Abflug mit der Janine ein Gespräch geführt. Ich habe ihr den Stand der Ermittlungen bisher mitgeteilt und sie hat gesagt, sie hat kein Problem, sie fühlt sich sicher und sie ist überzeugt, dass das ÖOC die richtigen Maßnahmen setzt. Wir wissen, es ist derzeit keine akute Bedrohung.

Ist die Quelle die gleiche wie jene Drohung vor etwa zwei Wochen als sie eine Droh-E-Mail bekommen haben?
Ich kann zur Quelle keinerlei Auskünfte geben. Es wird derzeit vom Innenministerium untersucht und da habe ich noch keine Nachricht.

War es ein Brief oder eine E-Mail?
Es war ein Brief in einem unverschlossenen Kuvert bei uns im Briefkasten.

Es gibt also auch keinerlei Briefmarken oder ähnliche Hinweise, die darauf schließen lassen, woher das kommt?
Nein.

Marlies Schild wurde auch bedroht in diesem Brief...
Nein. Marlies Schild wurde nicht bedroht.

Also es ist nur die Janine Flock bedroht worden?
Nein, die Bernadette Schild wurde bedroht, aber nicht die Marlies Schild. Und die Bernadette Schild haben wir informiert.

Was hat Bernadette Schild dazu gesagt?
Sie fühlt sich auch sicher. Ich habe sie über den derzeitigen Ermittlungsstand informiert und ihr gesagt, dass es im Moment, das seitens des Innenministeriums erklärt wurde, dass es keine akute Bedrohung gibt.

Wie erklärt sich das ÖOC, das so eine Nachricht überhaupt nach draußen gelangt, wenn es sie gestern bekommen hat?
Das ist für uns äußerst bedauerlich und verurteilen wir aufs Schärfste, dass wir dem Innenministerium und dem Bundeskriminalamt eine derartige Mitteilung machen, die dann innerhalb von einigen Stunden an die Öffentlichkeit kommt.

Sie schließen aus, dass das aus dem ÖOC gekommen ist?
Ja, das kann ich mit hundertprozentiger oder tausendprozentiger - soferne es tausendprozentig gibt - Sicherheit ausschließen.

Darf ich trotzdem die Frage stellen, wie viele Menschen im ÖOC davon gewusst haben?
Im ÖOC haben vier Menschen davon gewusst.

Was bedeutet das jetzt für die Gesamtsituation? Es hat vorher schon Drohungen gegeben.
Wir nehmen das sehr ernst. Es ist eine akute Sache, die wir als ÖOC sehr ernst nehmen, das ist keine Frage. Darum sind wir auch da mit dem Innenministerium in Kontakt und versuchen, alles Mögliche zu tun.

Haben Sie jetzt die Gelegenheit beim Anflug auf Sotschi genützt, um mit den Sportlern über diese Thematik zu reden?
Natürlich. Ich habe alle Athleten und alle Betreuer, die im Flugzeug waren, auch darüber aufgeklärt, dass wir diesen Brief erhalten haben und auch die beiden Personen genannt, die bedroht wurden. Ich bin der Meinung, das steht den Athleten auch zu.

Geht man so weit, dass man sagt, man muss die Sicherheitsmaßnahmen jetzt hier vor Ort verstärken oder sind sie gut genug?
Wir haben bereits Sicherheitsmaßnahmen hier, wir haben ja üblicherweise bei den Olympischen Spielen immer Sicherheitsbeamte vor Ort. Es ist in London so gewesen, das war in Vancouver so. Wir haben hier noch zusätzlich für das Österreich-Haus zwei Cobra-Beamte und wenn es erforderlich sein wird, werden wir die zu einem zusätzlichen Schutz mit einbauen.

Wie werden Sie verhindern, dass dieses Thema jetzt die ganze Zeit über der Veranstaltung schwebt?
Wir bedauern es, dass es solche Leute gibt, die solche Briefe schreiben. Egal, ob sie sich bewusst damit auseinandersetzen oder nicht.

(Das Gespräch führte Gerald Widhalm/APA am Flughafen in Sotschi)

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.