Putin und Bach bei einem Treffen im Oktober 2013.

© Deleted - 521430

Olympische Spiele
02/03/2014

IOC-Präsident im Olympia-Spagat

„Ausgezeichnet organisiertes Winter-Spektakel“

Bei seinem ersten großen Auftritt in Sotschi hat IOC-Präsident Thomas Bach die weltweit kritisierten Putin-Spiele verteidigt. Der Deutsche baut darauf, dass der Sport regiert, sobald die Spiele eröffnet sind. Am Montag referiert er über die Rekordspiele in Sotschi, seine Reformpläne, und kündigt stolz UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für die 126. IOC-Vollversammlung an.

Bach sieht die Spiele in Sotschi als Beleg dafür an, dass das IOC mit seinem Hochglanzprodukt hilft, ein Land und dessen System besser zu machen – entgegen der aktuellen Olympia-Kritik.

"Olympia ist ein Meilenstein für die Entwicklung von Wintersport"

87 teilnehmende Nationen und TV-Übertragungen in mehr als 200 Ländern bedeuteten einen Rekord. Bach will die Spiele schützen und gibt sich gleichzeitig als Reformer. Diesen Spagat zwischen Pragmatismus und Gestaltungswillen halten ihm Kritiker regelmäßig als wenig glaubwürdig vor.

Nach außen verteidigt Bach Dinge, die er bei der Neuausrichtung des IOC eigentlich ändern will. Bei der Session von Mittwoch bis Freitag sind Diskussion über die Zukunft vorgesehen. "Wir werden uns auf Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und die Jugend konzentrieren", sagt Bach. Nach Sotschi werden Kommissionen und Arbeitsgruppen Empfehlungen vorschlagen, die bis Ende 2014 abgesegnet werden und in ein Strategiepapier mit dem Titel "olympische Agenda 2020" einfließen sollen.

Bach vor großer Herausforderung

Bach versucht nach seiner knapp fünf-monatigen Amtszeit, immer wieder eine Grenze zu ziehen zwischen den nationalen Herausforderungen Russlands und der eigentlichen Mission von Olympia. Mit überzeugenden Antworten zu den massiven Umweltsünden in der Bergregion Krasnaja Poljana, der Ausbeutung von Wanderarbeitern, dem harsch kritisierten Anti-Homosexuellen-Gesetz, der Terrorgefahr, der Kostenexplosion oder der immer kolportierten Korruption tat sich Bach schwer

„Ich war mit meinem Geländewagen in Sotschi“

Am Sonntag hat sich Kremlchef Wladimir Putin im Staatsfernsehen damit gebrüstet, den Austragungsort der Winterspiele in Russland selbst ausgesucht zu haben. Er sei mit einem Geländewagen in der Region Sotschi unterwegs gewesen und habe dabei beschlossen, von hier aus ein neues Russland aufzubauen. "Es ist besonders schön zu sehen, was hier passiert, weil ich den Ort selbst gewählt habe", sagt Putin und bedauert, dass nicht alle Länder Russland bei diesem Projekt unterstützt hätten. Wenigstens das IOC habe die Begeisterung der russischen Bevölkerung verstanden. "Das war ein sehr gewichtiger Faktor dafür, dass wir gewonnen haben", so Putin.

Putin-Spiele

Fragen über sein persönliches Verhältnis zu Putin beantwortet Bach ungern. Der Begriff Putin-Spiele sei ein Schlagwort, meinte er in einem Interview der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Natürlich seien das Putin-Spiele, sagte dagegen sogar Dmitri Tschernyschenko, Chef des lokalen Organisationskomitees SOCOG. Nur dem Einsatz des Staatsoberhaupts habe Russland den Zuschlag für die Winterspiele zu verdanken. Das IOC hat sich durch die Vergabe der Spiele an den Kurort die allgemeinen Angriffe selbst eingebrockt.

Durch seine Erfahrung von fast 23 Jahren als IOC-Mitglied weiß der krisenerprobte Bach, wie problematisch Abhängigkeiten von Geld und Macht sind. Er hat die Spiele von seinem Vorgänger Jacques Rogge "geerbt". Aber IOC-Präsident zu werden, war sein Lebenstraum.

Bach baut darauf, dass der Sport regiert, sobald er am Freitag die Spiele eröffnet hat.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.