Österreicher mit US-Gesicht

Der Gräf & Stift 145-FON brachte in den 1960er Jahren Reisende von Wien nach Brno, in den Achtzigern Schüler in den Wienerwald. Heute bringt er als Nostalgiebus, die Leute dorthin wohin sie wollen.

Als Gräf & Stift 1950 mit der Konstruktion des 145-FON begann, wollte man vor allem eines: die europäischen Mitbewerber in den Schatten stellen. Man schielte also über den großen Teich und ließ sich inspirieren. Und dass die wuchtige Optik ihren Ursprung in Amerika hat, das sieht man auch heute noch.

Anfänglich jedoch gar nicht überzeugen konnten die Motoren. Der 120 PS starke Viertakter war zu schwach und die 135 PS Version wenig zuverlässig. Erst 1951 führte man mit dem neu konstruierten 145 PS Dieselmotor einen drehmomentstarken Dauerläufer ein. Bei Gräf & Stift wollte man aber nicht nur die Motoren optimieren, sondern auch den Komfort erhöhen. So hatten die ersten Exemplare der 145-FON noch schräg gestellte, flache Windschutzscheiben und Kurbelfenster und wurden später durch große Panorama-Windschutzscheiben und seitlichen Schiebefenster ersetzt. Das verleiht diesem Modell im Gegensatz zu seinen etwas "altertümlich" aussehenden Vorgänger, ein zeitlos elegantes Aussehen. Zu Beginn der 1960er Jahre stiegen viele Busunternehmen auf die modernere Bauform mit Heck- oder Unterflurmotor um. Aus Kapazitätsgründen begann man sich außerdem langsam vom "Schnauzenbus" abzuwenden. Außer die beiden führenden österreichischen Busunternehmen Bahn und Post blieben aufgrund der bestehenden Betriebs- und Werkstattinfrastruktur den "Schnauzenbussen" noch längere Zeit treu.

Nachdem aber auch Post und Bahn Ihre Produktion modernisierten, brach das letzte Produktionsjahr der Frontmotorbusse bei Gräf & Stift an. Dieser 145-FON wurde 1963 produziert und ist einer der letztgebauten Fahrzeuge dieser Autobusbauform in Österreich. Und dieser Bus hatte ein sehr abwechslungsreiches Leben. Anfänglich war er im Überlandverkehr rund um Wien bei den Österreichischen Bundesbahnen im Einsatz. Immer wieder wurde er jedoch auch zu internationalen Einsätzen auf der ÖBB-Linie Wien – Bratislava oder Wien – Brno eingesetzt. Mitte der Siebziger - schon langsam in die Jahre gekommen - wurde er für den Schulbusverkehr im gebirgigen Wienerwald eingesetzt.

Anfang der 1980er Jahre wurde der 145-FON schließlich zu einem Werkstattbus umgerüstet, diente als "Pannenhelfer" und Abschleppfahrzeug. Eine grundlegende Restaurierung folgte 1986 - zu Ehren des 150-Jahr-Jubiläums der Österreichischen Eisenbahnen sollte der Bus wieder im Originalzustand von 1962 erstrahlen. Restauriert und auf Hochglanz poliert erfreute er 1987 auf den Jubiläumsparaden in Strasshof die staunenden Besucher mit seiner Eleganz und seinem wuchtigen Aussehen.

Seit dem ist der 145-FON ein sehr beliebtes Nostalgiefahrzeug im Mietwagen und Charterverkehr, wird für Hochzeiten, Betriebsausflüge, etc. verwendet und von den Mitarbeitern der ÖBB-STRASSENNOSTALGIE liebevoll gewartet. 

Man braucht Erfahrung um diesen Bus zu fahren. Sein Betreuerteam kennt sich mit den Eigenheiten dieses anspruchsvollen Oldtimers jedoch bestens aus und beschert den Reisenden damit ein unvergessliches (Fahr-) Erlebnis! Die ÖBB-STRASSENNOSTALGIE-Busse werden im Charterbereich (Hochzeiten, Betriebsfeiern, Kundenevents, etc.) eingesetzt, für Transfers, als Naturparkbus beim NostalgieExpress Leiser Berge. Ebenso kann man Tages- und Mehrtagesfahrten unternehmen.

Information und Buchung:

Tel.: 0664 / 6178036
Montag – Donnerstag: 8:00 – 16:00 Uhr,
Freitag: 8:00 – 12:00 Uhr

Steckbrief - Gräf & Stift 145–FON:

37 Sitzplätze
Baujahr: 1962
Restaurierung: 1986
Audioanlage
(ÖBB / ozf) Erstellt am
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