Thema | Lernhaus
12.09.2018

Den Kindern das Lernen versüßen

Bei der offiziellen Eröffnung des Lernhauses in Tulln sagten Schüler den Sponsoren wie Agrana „Danke“

Zum Einstand gab es einen kleinen Rap: „Wir sind eine tolle Gruppe – einsame Spitze, die Lernhaus-Truppe“, lasen die Kinder zur offiziellen Eröffnung des Lernhauses in Tulln vor. So begrüßten sie die Sponsoren, die die Einrichtung möglich machen, Politiker und Vertreter der Schulbehörde.

Die Kinder und Betreuer duften jetzt zu Schulbeginn das endgültige Lernhaus-Quartier in den Räumen der Neuen Mittelschule beziehen. Der Betrieb läuft allerdings bereits seit heurigem Februar. Tulln ist somit der fünfte Lernhaus-Standort in Niederösterreich neben Bruck/Leitha, Gänserndorf, Herzogenburg und Neunkirchen. Insgesamt werden 107 Kinder im Volksschulalter in den niederösterreichischen Lernhäusern betreut.

Die Idee hinter diesen Einrichtungen: Manche Kinder schaffen die Volksschule nicht ohne zusätzliche Hilfe – manche sprechen zu schlecht Deutsch, als dass sie dem Unterricht folgen könnten, andere haben Lernschwächen. Ihre Eltern können ihnen weder helfen noch Nachhilfe finanzieren. Hier schließt das Lernhaus eine Lücke im Betreuungsangebot, weil junge Menschen vom Roten Kreuz gratis eine Unterstützung beim Lernen erhalten.

Die Basis legen

Das ist wichtig – denn in der Volksschule wird die Basis für den gesamten Schulerfolg gelegt, wie Josef Schmoll, Präsident des Roten Kreuzes Niederösterreich, weiß: „Die Kinder lernen hier fürs Leben – neben dem Unterricht selbst stehen aber vor allem auch Spiel und Spaß auf dem Programm. Gemeinsame Ausflüge und Erlebnisse stärken die Gemeinschaft und machen so das Lernen ein gutes Stück einfacher.“

Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Roten Kreuz und von KUIRER Aid Austria (KAA), das Lernhaus Tulln wird zusätzlich intensiv von der Agrana unterstützt. Warum, erläutert der Vorstandsvorsitzende Johann Marihart: „Für Agrana sind gesellschaftliches Engagement, soziales Handeln und die Unterstützung gemeinnütziger Initiativen wichtige Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie. Wir freuen uns, gerade hier in Tulln, wo wir durch unsere Zuckerfabrik eine enge Verbindung mit der Gemeinde pflegen, mit der Unterstützung des Lernhauses einen Beitrag zu leisten, jungen Menschen einen besseren Start ins Leben zu ermöglichen.“

KURIER-Chefredakteur Helmut Brandstätter lobt das Engagement: „Wir freuen uns sehr, dass nun das nächste Lernhaus in Niederösterreich errichtet wird und gleich ein starker Partner mit an Bord ist.“

Kompetent ins Leben

Auch das Land Niederösterreich unterstützt die Einrichtungen, wie Landtagspräsident Karl Wilfing in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erläutert: „Für Kinder, die das Lernhaus besucht haben, wird das Leben wohl süßer, weil sie mehr Kompetenzen haben.“ Kompetenzen, die immer wichtiger werden, wie der Tullner Bürgermeister Peter Eisenschenk meint: „In einer Zeit, in der manche meinen, Politik mit einfachen Botschaften machen zu können, braucht es junge gescheite Menschen.“

Drei Mal wöchentlich werden die Kinder deshalb am Nachmittag beim Lernen von zwei Rot-Kreuz-Pädagoginnen und Freiwilligen unterstützt. Da die Plätze begehrt sind, werden die Kinder, die das Lernhaus besuchen wollen, ausgewählt – in Absprache mit den Volksschulen, den Referentinnen des Roten Kreuzes, dem Lernhausteam, den Eltern und Kindern. Das Lernhaus Tulln wird durch das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) kofinanziert.