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Style
10/31/2019

TV-Moderatorin Bella Lesnik: "Kaufe ein Jahr lang keine neue Kleidung"

Seit Februar ist die Deutsche auf Mode-Diät. Ein Gespräch über die Herausforderungen und positiven Seiten des Konsumverzichts.

von Maria Zelenko

365 Tage Shopping-Verbot: "RTL Exklusiv"-Moderatorin Bella Lesnik kauft seit Februar nichts mehr ein. Weder neue Mode, noch Gebrauchtes darf sie ihrem Kleiderschrank hinzufügen, Bestehendes darf jedoch repariert werden. Auf Instagram dokumentiert die 37-Jährige die Höhen und Tiefen ihres Projekts. Mit dem KURIER sprach Lesnik über Entzugserscheinungen und die Angst vor dem ersten Tag nach der einjährigen Mode-Diät.

KURIER: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Jahr lang nichts zu kaufen?

Bella Lesnik: Gegen Ende des vergangenen Jahres ist mir mal wieder aufgefallen, dass es in meinem Kleiderschrank Teile gibt, die ich immer wieder anziehe. Mein damaliges Fazit: Dann kann es doch nicht so schwer sein, einige Zeit lang einfach nichts zu kaufen, wenn ich sowieso nur einen beschränkten Teil meiner Sache tragen möchte. Ich habe diese Idee damals auf Instagram gepostet – und dann gab es kein Zurück mehr.

War es dann wirklich so einfach?

Nein, die ersten Wochen waren wie ein kalter Entzug. Ich hab beim Bummeln durch die Stadt und auf Instagram plötzlich lauter Stücke gesehen, die ich unbedingt haben wollte.

Wie sind Sie damit umgegangen?

Man muss Bewältigungsmechanismen finden. Ich gehe seitdem möglichst nicht mehr in die Stadt. Sehe ich etwas auf Instagram, klicke ich einfach schnell weg.

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Mehr als die Hälfte der Zeit ist jetzt vorbei. Fällt die Mode-Diät noch immer so schwer?

Gott sei Dank nicht, es wird einfacher. Es ist nicht nur eine Challenge, sondern auch eine Erleichterung. Man hat nicht mehr ständig dieses "Ich habe nichts anzuziehen"-Gefühl, weil es einfach eine limitierte Auswahl gibt und man sich nicht denkt: Ach hätte ich bloß dieses Kleid letztens gekauft. Morgens geht es dadurch schneller. Es gibt natürlich nach wie vor schlechte Tage, an denen ich die Schnauze voll von meinen Sachen habe.

Manch einer könnte nun sagen: Ihre Modelust wird sowieso durch die tollen Outfits, die Sie jeden Tag für Ihren Job anhaben, gestillt.

Ja, viele denken genau das. Dabei macht mein Job dieses Projekt noch schwerer. Ich darf diese schönen Outfits für zehn Minuten anziehen und muss sie danach gleich wieder zurückgeben. Wenn mir beispielsweise eine Jeans früher besonders gut gepasst hat, habe ich sie mir privat nachgekauft. Das geht jetzt nicht mehr.

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Was war das größte Learning der vergangenen Monate?

Sobald man ins Berufsleben einsteigt, erfüllt man sich ja viele Wünsche selbst. Ich kannte dieses Gefühl, sich auf etwas zu freuen, nicht mehr. Was ich jetzt zum ersten Mal seit Kindertagen wieder habe, ist eine gedankliche Wunschliste. Die große Vorfreude ist eine der positiven Seiten dieses Verzichts.

Im Februar ist das Projekt zu Ende. Gehen Sie am ersten Tag danach gleich shoppen?

Ich habe ein wenig Angst vor diesem Moment. Dass ich die Nerven verlieren könnte und das ganze Geld, das ich bis zu diesem Zeitpunkt eingespart habe, gleich wieder ausgebe (lacht). Aber mir haben bereits einige auf Instagram geschrieben, die so eine Mode-Diät gemacht haben, dass sie danach viel bewusster eingekauft haben. Und das ist genau das, worauf ich hoffe. Und ich überlege, mich selbst auf eine gewisse Anzahl an Teilen pro Jahr zu beschränken. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, so wie früher zu konsumieren. Das würde sich einfach komisch anfühlen.

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