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29.03.2018

Warum Roseanne Trump-Wählerin ist

Das Comeback der White-Trash-Familie bescherte dem Sender ABC fulminante Einschaltquoten. Donald Trump gratulierte.

Altes Eisen, das dennoch interessiert: Mit extrem hohen Einschaltquoten ist die Kult-Sitcom " Roseanne" auf die US-Bildschirme zurückgekehrt. 18,2 Millionen Menschen schalteten bei der ersten Folge 21 Jahre nach der letzten Staffel am Dienstagabend ein. Der gesamte Original-Cast ist bei der Neuauflage von acht Folgen wieder mit dabei, allen voran Roseanne Barr und John Goodman.

Barr hat in der Vergangenheit immer wieder ihre Unterstützung für US-Präsident Donald Trump betont und nun auch ihre Serienfigur zum Trump-Fan gemacht - sie schreibt am Drehbuch mit. "Weil es ein akkurates Porträt dieser Menschen und ähnlicher Menschen ist", erklärt Barr die höchst politische Entscheidung.

Die Connor Familie wird in der Serie als "White Trash" - also weiße US-Unterschicht - dargestellt, mit finanziellen Problemen und ohne rosige Zukunftsaussichten. Eine riesige Gesellschaftsschicht, der sonst nur wenig Aufmerksamkeit im TV-Universum zuteil wird  - abgesehen von "Eine schrecklich nette Familie" oder "Shameless".

Der US-Präsident hat Roseanne Barr jedenfalls persönlich zu den guten Quoten gratuliert. Trump habe die Schauspielerin am Tag nach der Ausstrahlung bei ihr angerufen, berichtete die New York Times.

 

Roseannes Meinung zu Trump

Im Interview mit bluewin.ch sagt Schauspielerin Barr ihre Meinung über Trump:

Ein Auszug:

Im Gegensatz zu vielen Kollegen in Hollywood sind Sie ja Trump-Wählerin. Wie politisch ist die neue "Roseanne"?

Alles, was dem Arbeitervolk passiert, ist politisch. Wir greifen das Gesundheitssystem auf und was halt sonst noch so ansteht. Viele meiner Freunde haben die Eltern zu sich nehmen müssen oder ihre erwachsenen Kinder und Großkinder, weil sie sich keine eigene Bleibe mehr leisten können. Themen halt, die normale Leute betreffen und man sonst in der Unterhaltung nicht findet. Ich will damit die Leute aus ihrer Misere holen, indem ich ihnen zeige, dass man über Elendes auch lachen kann.

Ist "Roseanne" also Ihre Art, eine Brücke in den tief gespaltenen Vereinigten Staaten zu schlagen?

Ja, das hoffe ich. Wir sind zu gespalten. Auch in meiner Familie. Ich habe drei Töchter in den Vierzigern und die denken ganz und gar nicht so wie ich. Wir stritten und streiten uns um die Wahlen. Das finde ich traurig. Wieso versucht man nicht zu verstehen, wieso sich die Leute so fühlen und so gewählt haben? Man muss doch ein Mitgefühl mit den Leuten haben, sonst ist das Leben schrecklich. Aber darauf sagen meine Girls bloß "fuck you".

Sie sehen offenbar etwas im amerikanischen Präsidenten, das viele Leute nicht sehen…

Weil sie durch eine bestimmte Linse schauen. Sie sehen nur, was sie eh schon wissen. Meiner Meinung nach ist es eine gute Sache, wenn Nordkorea und bald auch der Iran darüber reden werden, ihre Atomwaffen-Programme zurückzufahren. Ich halte es auch für eine gute Sache, wenn Trump sich mit Putin befreundet, statt gegen ihn in einen Atomkrieg zu ziehen. Ich glaube, Trump will eine friedliche Welt. Ob er das auch erreicht, werden wir sehen. Ich bete, dass er es schafft.

 

Barr ist Multimillionärin

Privat gehört Roseanne Barr schon längst nicht mehr zur weißen Unterschicht, die sie als ihr Alter Ego in der nach ihr benannten Serie verkörpert. Die Komikerin und Produzentin soll 80 Millionen Dollar schwer sein und lebt mit ihrem Mann auf Hawaii. Dort besitzt sie eine riesige Farm auf unzähligen Hektar Land, wo sie vor allem Macadamia Nüsse anpflanzt und diese auch verkauft. Seit 2010 lebt sie auf dem Anwesen, das sie um knapp 2 Millionen Dollar gekauft hat.