Gary Barlow: Wegen Essstörung 13 Monate lang Haus nicht verlassen
Gary Barlow
"Take That"-Star Gary Barlow kennt nicht nur die Sonnenseiten des Lebens. Er hat auch schwierige Jahre hinter sich. Bereits in seiner Autobiografie "A Better Me", die 2018 erschienen ist, schrieb der Sänger über die Herausforderungen und Schicksalsschläge, mit denen er zu kämpfen hatte - darunter der Tod seiner Tochter Poppy und seine Bulimie-Erkrankung.
Gary Barlow: "Habe den Popstar zu Tode gegessen"
Nachdem seine Solokarriere in den 1990er-Jahren nicht in Schwung gekommen war, habe er eine Essstörung entwickelt und an Bulimie gelitten. Vergleiche mit seinem wesentlich erfolgreicheren Ex-Kollegen Robbie Williams haben den Briten belastet. "Leute erkannten mich auf der Straße und fragten: 'Wie geht’s Robbie?'", erzählte Barlow. Um nicht erkannt zu werden, nahm er zu: "Ich habe den Popstar zu Tode gegessen."
Garry Barlow: Ehrliche Worte über Kampf gegen Essstörung
Schließlich habe der heute 54-Jährige dreizehn Monate lang sein Haus nicht verlassen, weil er sich während seines Kampfes gegen Bulimie völlig zurückgezogen hatte.
In der neuen Netflix-Dokumentation über "Take That" gestand Barlow: "Ich war unglaublich ehrgeizig, also ja, ich glaube, ich war neidisch."
Nachdem sein Plattenlabel ihn fallen gelassen hatte, verlor der Sänger die Orientierung und fragte sich: "Was soll ich mit dem Rest meines Lebens anfangen?"
"Denn das war’s jetzt mit der Musik. Ich kann nicht mal mehr die Straße entlanggehen, ohne dass mir jemand etwas über Robbie zuruft", erinnerte er sich an seine Krise. Verschärft wurde das Problem dadurch, dass Williams ihn öffentlich verhöhnte. "Es war einfach nur qualvoll. Man wollte sich am liebsten verkriechen", erzählte er. "Es gab eine Zeit von etwa 13 Monaten, in der ich kein einziges Mal das Haus verlassen habe. Und ich habe auch zugenommen. Je mehr ich zunahm, desto weniger erkannten mich die Leute."
"Ich dachte: 'Das ist gut, ich habe darauf gewartet, ein normales Leben zu führen.' Also machte ich mich auf die Suche. Wenn mir Essen über den Weg lief, aß ich es einfach", gestand der Musiker. Die Ess-Attacken wurden jedoch von einem schlechten Gewissen begleitet. "Ich hatte diese Nächte, in denen ich aß und aß und aß, aber egal, wie ich mich fühlte, am nächsten Tag ging es mir zehnmal schlechter", erinnerte sich Barlow. "Eines Tages dachte ich: Ich war unterwegs, es ist 22 Uhr, ich habe zu viel gegessen, ich muss dieses Essen loswerden."
Über seine Bulimie sagte er: "Man zieht sich einfach in eine dunkle Ecke des Hauses zurück und übergibt sich, macht sich einfach krank."
"Man denkt, es ist nur einmal, und plötzlich läuft man diesen Flur immer und immer wieder entlang – soll es das jetzt gewesen sein? Werde ich das für immer tun müssen?", so der Sänger über seine damalige Situation. Das Gewicht des Sängers erreichte seinen Höhepunkt, als er 108 Kilogramm wog.
2003 kam die Wende. "An dem Tag sagte ich mir: 'Nein, so geht das nicht weiter. Ich werde mich ändern. Ich will mich verändern und bin fest entschlossen, dass ich nicht mehr so sein will.' Es dauerte nicht lange, bis ich so tief gefallen war, aber es dauerte Jahre, bis ich wieder der war, der ich sein wollte. Bestimmt zehn Jahre", erzählte der ehemalige "Take That"-Star über seinen Kampf gegen die Essstörung.
Neue "Take That"-Doku zeigt Schattenseiten des Erfolgs
Trotz des internationalen Erfolges der britischen Boy-Band gab es viele Konflikte zwischen den Mitgliedern. Eine nach der Band benannte neue Doku-Miniserie, die am 27. Jänner auf der Streamingplattform Netflix erschienen ist, zeigt die schönsten und schlimmsten Stunden von "Take That".
In drei Teilen widmet sich David Soutar Aufstieg, Fall und Reunion der ursprünglich fünfköpfigen Gruppe, die seit 2014 als Trio unterwegs ist. Dafür greift er auch auf zuvor unveröffentlichtes Archivmaterial zurück.
Gary Barlow, Mark Owen, Jason Orange, Howard Donald und Robbie Williams schildern in der Doku persönliche Erfahrungen und sind hinter den Kulissen zu sehen.
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