Susan Sarandon: Deshalb ist sie für Hollywood Persona non grata
Susan Sarandon ist nicht nur für Kultfilme wie "Thelma und Louise" oder "Dead Man Walking" bekannt, sondern auch für ihr starkes politisches Engagement. Sarandon setzt sich seit Beginn ihrer Karriere für politische Veränderung ein und nimmt sich kein Blatt vor den Mund, wenn es um gesellschaftspolitische Missstände geht.
Nun sprach die 79-Jährige offen darüber, wie sich dieses Engagement und ihre politische Haltung auf ihre Karriere auswirkte. Denn seit 2023 wird sie von Hollywood laut eigenen Aussagen strengstens gemieden.
Wegen Aussagen zu Gaza gemieden
Auf einer Pressekonferenz am Rande der Goya Awards in Barcelona, wo sie für ihr Lebenswerk geehrt wurde, erklärte Sarandon, dass ihre Unterstützung eines Waffenstillstands im Gazastreifen sie in der US-Filmindustrie praktisch isoliert habe. Seit 2023 bleiben große Stellenangebote aus, so der Filmstar.
Aber nicht nur das: Sarandon war bis November 2023 bei der renommierten Künstleragentur UTA unter Vertrag, die sich nach kontroversen Äußerungen während einer Kundgebung in New York von ihr trennte. "Ich wurde von meiner Agentur gefeuert, speziell weil ich auf die Straße gegangen bin und mich für Gaza und einen Waffenstillstand ausgesprochen habe", wird die Schauspielerin von Variety zitiert. Sie fügte hinzu: "Es wurde für mich unmöglich, auch nur im Fernsehen aufzutreten."
Obwohl Sarandon sich später für missverständliche Formulierungen entschuldigte, scheint man in Hollywood nach wie vor nichts mehr mit Sarandon zu tun haben zu wollen. In der nach außen hin als liberal geltenden Traumfabrik gilt Sarandon mittlerweile als Persona non grata.
Europäischer Neuanfang
Doch trotz der Hindernisse in den USA schaut Sarandon nach vorne. Sie hat inzwischen neue berufliche Möglichkeiten in Europa gefunden. "Die politische Atmosphäre ist hier teilweise offener", erklärte sie und nannte Italien und Großbritannien als neue Dreh- und Angelpunkte ihrer Karriere. In beiden Ländern hat sie mittlerweile Agenturen gefunden und konzentriert sich nun auf Independent-Filme.
Zuletzt beendete sie die Dreharbeiten zu einem Filmprojekt in Italien. Laut Sarandon wurde der Regisseur ursprünglich davor gewarnt, sie zu besetzen. In Großbritannien feierte sie auf auf der Theaterbühne Erfolge.
Sarandon zeigte sich zudem tief bewegt von der politischen Unterstützung, die sie in Spanien erfahren habe. Sie lobte die offene Haltung der spanischen Regierung und die Solidarität von Künstlern wie Javier Bardem, die sich wie sie auch kritisch zur Lage im Nahen Osten äußerten. Die Atmosphäre hier sei ganz anders, so Sarandon.
Trotz der beruflichen Konsequenzen, die sie für ihre politische Haltung erfahren habe, bleibt Sarandon ihrer politischen Überzeugung treu. Bereuen würde sie nichts. "In einer Zeit der Zensur ist es wichtiger denn je, seine Stimme für die Menschlichkeit und gegen das Töten von Unschuldigen zu erheben", erklärte sie abschließend.
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